Beim Neujahrsteetrinken der Inselgemeinde konnte Bürgermeister Dr. Tjark Goerges drei Juister Bürger für ihr großes ehrenamtliche Engagement ehren. In den letzten Jahren wurden in erster Linie Gruppen, Vereine und Institutionen geehrt, daher habe man sich diesmal bewusst für drei Einzelpersonen entschieden. Der erste der geehrten Juister war Gerhard Rinderhagen.
Der Bürgermeister gab jeweils eine Laudatio auf die zu Ehrenden ab, worin der die Gründe erläuterte. Zu Rinderhagen heißt es:
Als Juister Jung geboren, ist er unter herausfordernden Bedingungen nach dem Weltkrieg aufgewachsen. Mit Seinesgleichen traf er sich fast täglich, sobald Lehrer Troltenier es zuließ, im Juister Spielplatz, dem Watt. Dort wurde die Welt im Sturm und tidenabhängig erobert. Während des Prahmbaus, dem Wattwurm graben, dem Setzangeln, Krabben schieben und natürlich pulen und essen, wurden bereits die ersten Marken gesetzt. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass er während der Schulzeit bereits Klassensprecher wurde. Auch sportlich lief er den Meisten vorneweg und hatte viel Spaß am Fußballspielen. Doch die berufliche Entwicklung führte ihn nach Bocholt zur technischen Ausbildung und Darmstadt zum Ingenieursstudium.
Die Lehr- und Wanderjahre auf dem Festland waren durch sein Engagement und das Netzwerken geprägt. So war es ihm möglich, durch die Verbindung mit seiner Frau aber auch während verschiedener Veranstaltungen, insbesondere Jagdgesellschaften, hochrangigen Familien kennenzulernen, die bis heute die politische Landschaft in Niedersachsen und sogar auf europäischer Ebene prägen.
Trotzdem er immer nach Juist zurückkehren wollte, so verbrachte er mit seiner Frau und Familie viele Jahre in Celle und kehrte dann 1990 endlich zurück auf seine Heimatinsel Juist.
Das Ankommen auf Juist ähnelte eher dem Gleiten auf einer Surfwelle. Er wurde somit zum Ferienwohnungsvermieter und nachdem er sich akklimatisiert hatte, spürte er, dass Regional- und Kommunalpolitik, inzwischen mit einem Parteibuch, richtig Spaß machen kann.
Somit wählten ihn die Bürger vom 01. November 2001 – 31. Oktober 2016, also dreimal zum Ratsmitglied und vom 01. November 2002 – 31. Oktober 2021 viermal in den Kreistag.
Durch sein hohes Engagement war er federführend an der Stiftungsgründung der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann (JUBI) beteiligt und hat sich für den Neubau des Juister Sportboothafens eingesetzt. Dabei wurden über den Landessportbund 100.000 Euro Fördermittel eingeworben.
Nebenbei gab es viel zu tun und während eines Gesprächs mit Günther Poppinga und nach der Aufnahmezeremonie wurde er engagierter „Fiskermann“. 12 Jahre war er Vorsitzender der NO.PO.NI.RE.AG und motivierte weitere der 99er Runde beizuwohnen.
Da das Jagen auch auf Juist möglich ist, engagierte er sich hier viele Jahre im Jagdverein als Jagdleiter und dem Hegering.
TEXT: DR. TJARK GOERGES, bearbeitet von STEFAN ERDMANN
FOTO: STEFAN ERDMANN