Das Spannendste zuletzt: Erst am Ende des Neujahrsempfangs von Bürgermeister Dr. Tjark Goerges am Sonntagnachmittag im Hotel „Friesenhof“ ließ dieser die Katze aus dem Sack. Er beantwortete die bisher unbeantwortete Frage, die auf Juist am meisten gestellt wird, nämlich die, ob er im Herbst als Amtsinhaber zur Wiederwahl antritt. Goerges wird sich nicht der Wahl stellen und informierte auch über die Beweggründe zu seiner Entscheidung.
Goerges: „In eigener Sache möchte ich Ihnen hiermit mitteilen, dass ich für das Bürgermeisteramt nicht mehr kandieren werde, da es auch auf Grund der verlängerten Amtszeit auf acht Jahre, Zeit ist, das Zepter weiter zu reichen.“ Er werde jetzt 62 Jahre alt, d. h. zum Ende der Amtszeit sei er dann bereits 70.
Zudem hatte er vor zehn Jahren die volle Unterstützung der Ratsgruppe „Bündnis Juist“ bekommen, die damals neben der Freien Wählergemeinschaft „Pro Juist“ aus den Grünen und der SPD bestand. Die SPD gibt es inzwischen nicht mehr auf der Insel, und innerhalb der heutigen Gruppe wurde ihm signalisiert, dass eine Unterstützung nicht mehr bei allen Mitgliedern gegeben sei. Goerges: „Wenn ein Bürgermeister nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen im Rat hat, sollte man über das Aufhören nachdenken."
Die Tätigkeit als Bürgermeister hätte ihm indes die ganzen Jahre viel Freude gemacht und er würde sich bis zum Ende seiner Amtszeit nicht ausruhen, sondern noch einige Projekte umsetzen und abschließen.
Zur Arbeit des Gemeinderates äußerte sich Goeges eher verhalten: „Ich sage mal spontan: da geht noch was.“ Die Themen dort seien indes ernst und es werde immer wieder hart an den Beschlussvorschlägen gefeilt. Man müsse bedenken, dass das Gros der Themen, die er in seiner Neujahrsansprache erwähnt hatte, auch Ergebnisse der Ratsarbeit sind. Zudem wies er darauf hin, dass es für eine Demokratie, auch auf kommunaler Ebene, dringend notwendig ist, dass sich Einwohner auch ehrenamtlich für ein politisches Mandat bewerben sollten. Sie könnten hier etwas entwickeln und die Zukunft der Insel mitgestalten.
Über weitere Themen vom Neujahrsempfang wird JNN noch in getrennten Artikeln berichten.
TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN