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7,7 Kilometer durch die Osterems bis nach Juist

Beigetragen von JNN am 18. Okt 2026 - 23:27 Uhr

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Es war weit mehr als eine gewöhnliche Trainingseinheit: Hansi Donat und Leonard Gärtner sind von Borkum bis nach Juist geschwommen. Am Ende standen 7,709 Kilometer und eine Zeit von 2:31:16 Stunden auf der Uhr. Dazwischen lagen die Osterems, wechselnde Strömungen, auffrischender Wind und eine neugierige Kegelrobbe.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Tour hatten beide schon länger. Donat wollte die Osterems immer einmal durchschwimmen, mit Gärtner fand er den passenden Mitstreiter. Der Anfang 30-jährige Triathlet schwimmt regelmäßig und brachte die nötige Ausdauer mit. „Wenn man einen Zweiten als Zugpferd dabeihat, macht man es eher“, sagt Donat, der selbst Anfang 60 ist.

Das Zeitfenster musste stimmen

Am 30. Juli 2026 passte schließlich alles zusammen: Die Tide stand günstig, der Wind sollte zunächst nahezu einschlafen und auch Manfred „Manzi“ Baalmann hatte Zeit, die beiden mit seinem Boot zu begleiten. Vom Borkumer Hooge Hörn aus gingen Donat und Gärtner ins Wasser und nahmen Kurs auf Juist. Die Osterems durchquerten sie zunächst zügig. Rund dreieinhalb Kilometer legten sie in weniger als einer Stunde zurück. Schwieriger wurde es anschließend zwischen der Kachelotplate und Memmert. Dort kamen die Strömungen aus unterschiedlichen Richtungen: zeitweise von vorn, dann wieder von der Seite. Gleichzeitig drehte der anfangs schwache Südwestwind auf West und frischte zunehmend auf. Wellen liefen gegen den Strom und machten das Vorankommen immer mühsamer.

Manzi Baalmann kennt das Revier genau, gab die Richtung vor und blieb mit dem Boot stets in der Nähe. Joris Nolte behielt die beiden Schwimmer zusätzlich im Blick. Gerade bei zunehmendem Wellengang war das unverzichtbar, denn schon in 60 oder 70 Zentimeter hohen Wellen verschwinden die Köpfe der Schwimmer immer wieder aus dem Sichtfeld. Donat und Gärtner achteten deshalb darauf, eng beieinanderzubleiben. „Alleine oder nur mit einem kleinen Paddelboot sollte man so etwas auf keinen Fall versuchen“, betont Donat. Neben guter Kondition brauche es vor allem einen guten Rhythmus, ein erfahrenes Begleitteam, genaue Revierkenntnisse sowie passende Wind- und Strömungsverhältnisse.

Neugierige Begleitung im Wasser

Für einen besonderen Moment sorgte eine Kegelrobbe. Während Donat und Gärtner konzentriert ihre Bahnen zogen, schwamm das Tier immer wieder dicht hinter ihnen her und steckte immer wieder interessiert den Kopf raus. Die beiden bemerkten davon zunächst nichts – dafür hatte die Bootsbesatzung umso mehr Freude an der ungewöhnlichen Begleitung. Rund eine halbe Stunde soll die neugierige Kegelrobbe bei den Schwimmern geblieben sein. Nach 2:31:16 Stunden erreichten Donat und Gärtner schließlich die westliche Spitze von Juist.

Für einen längeren Aufenthalt blieb allerdings keine Zeit. Das Wasser lief bereits stark ab, der Wind frischte weiter auf und das Boot musste rechtzeitig den Rückweg durch das Fahrwasser antreten. Der geplante Abstecher zur „Domäne Bill“ fiel daher aus. Wie knapp das Zeitfenster tatsächlich gewesen war, zeigte sich auf der ruppigen Rückfahrt: Eine halbe oder eine Stunde später wäre die Schwimmtour unter diesen Bedingungen kaum noch möglich gewesen.

Nordsee als Vorbereitung aufs Zwischenahner Meer

Gedacht war die Strecke zugleich als Training für das Freiwasserschwimmen „Quer durchs Meer“, das nur neun Tage später, am 8. August, stattfand. Dort tauschten Donat und Gärtner die Nordsee gegen das Zwischenahner Meer und bewältigten die rund 3,2 Kilometer lange Strecke von Dreibergen bis zur Badestelle am Strandcafé – gemeinsam mit Joris Nolte und Stefanie Byl. Insgesamt gingen bei der 14. Auflage 398 Schwimmerinnen und Schwimmer ins Wasser. Verglichen mit Strömung, Tide und Wellengang zwischen Borkum und Juist dürfte das Zwischenahner Meer eher ruhig gewirkt haben.

Schon 2002 von Rottum nach Borkum

Für Hansi Donat war es nicht die erste außergewöhnliche Strecke durch die Nordsee. Bereits 2002, also vor fast einem Vierteljahrhundert, schwamm er gemeinsam mit Frank Held, Sabine Pioch und Kathrin Rohrmoser von der niederländischen Insel Rottum nach Borkum. Die vier wollten einen beinahe 80 Jahre alten Rekord brechen. Dieser ging auf Bruno Gregorewitsch zurück, der 1925 trotz des Verlustes eines Beines die Strecke bewältigt hatte. Anlass für den neuen Versuch war das 50-jährige Bestehen der DLRG-Ortsgruppe Borkum.

TEXT: BORKUM AKTUELL/ANDREAS BEHR
FOTOS: PRIVAT (Das Foto mit der Kegelrobbe ist von einem Video, wurde KI-generiert, ist aber echt)

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