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Rat und Verwaltung: Seeferienheim beschäftigte den scheidenden Rat noch einmal

Beigetragen von S.Erdmann am 09. Okt 2026 - 14:03 Uhr

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Neben zahlreichen Tagesordnungspunkten gab es auch viele Kenntnisgaben der Verwaltung und Infos über gefasste Ratsbeschlüsse auf der letzten Sitzung des alten Rates. Am Ende dankte der scheidende Bürgermeister Dr. Tjark Goerges allen für die gute Mit- und Zusammenarbeit.

So berichtete der Verwaltungschef, dass das neue Urlaubsmagazin (früher Prospekt) pünktlich eine Woche vor Beginn der Herbstferien auf der Insel sei. Auch betrafen mehrere Punkt den Hafen: So sollen die Arbeiten zur Reparatur des Leitdamms am 26. Oktober beginnen, diese Arbeiten waren eigentlich schon zum Frühjahr vorgesehen. Ein geplantes Gespräch über die Anleger der Schnellfähren findet erst später statt, da die Reedereien Norden-Frisia und Töwerland-Express noch Saison und somit keine Zeit haben. Ebenso soll die Planung/Terminierung für die in jedem Winterhalbjahr erforderlichen Baggerungen von Fähr- und Bootshafen sowie der Zufahrt erst im November – dann mit dem neuen Bürgermeister - stattfinden.

Des weiteren wurde bekannt gegeben, dass die Wohnungsvergabe der drei Dauerwohnungen an der Flugplatzstraße erfolgt sei. Als Termin für die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates wurde der 5. November benannt, alle gewählten Ratsmitglieder hätten inzwischen ihr Mandat angenommen.

In der Einwohnerfragestunde meldete sich der zukünftige Kreistagsabgeordnete Andreas Arneke (CDU) zu Wort, er habe einen ersten Probelauf im Kreistag in Aurich gemacht, sein Mandat wurde bestätigt und er habe es angenommen. Am 1. November findet nun die erste Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion statt und der Kreistag selbst führt am 25. November seine konstituierende Sitzung durch.

Kirchenvorstandsmitglied Stefan Erdmann bemängelte, dass in den Strandlooper-Ausgaben von September und Oktober nur die Gottesdienste der katholischen Kirchengemeinde aufgeführt waren, die der evangelischen Kirche wären nicht erschienen, obwohl man alles wie gewünscht eingereicht hätte. Da der für den Strandlooper verantwortliche Thomas Vodde nicht auf der Sitzung zugegen war, versprach Goerges, ihm das vorzutragen mit der Bitte um Prüfung, was da schief gelaufen sei und eine Rückmeldung an den Kirchenvorstand.

Bei den Kenntnisgaben berichtete der Bürgermeister über ein Gespräch mit dem Pachtinteressenten des Seeferienheimes, zudem gab es dazu einen Punkt auf der Tagesordnung. Dabei wurde nach dem Gespräch mit dem Interessenten die Beschlussvorlage vom Bauausschuss durch den Verwaltungsausschuss angepasst. Beschlossen wurde jetzt, die Planungsleistungen für die notwendige Sanierung des Gebäudekomplexes zur Ausschreibungsreife erst fertigstellen zu lassen, nachdem eine Machbarkeitsstudie erstellt wurde, und diese dann durch den Gemeinderat und den Interessenten bestätigt wurde.

Die ursprüngliche Idee, dass ein Pächter die Sanierung übernimmt und entsprechend weniger Pacht zahlt, hatte sich als nicht machbar erwiesen, d. h. vor einer Neuverpachtung muss eine baulichen und energetische Sanierung, sowie die Erneuerung der Brandschutz- und Sicherheitsbeleuchtungsanlagen erfolgen. Die grundlegenden Standards wurden bereits festgelegt, ein Energieberater beauftragt, welcher eine Bestandsaufnahme machte, aktuell findet eine Prüfung der Fördermöglichkeiten statt.

Wie der Bürgermeister dazu ausführte, werden sich die Sanierungskosten natürlich auf die Pachtsumme niederschlagen. Dafür ist laut dem Interessenten eine wirtschaftliche Kalkulation vonnöten, wichtig sei allem voran die Anzahl der zur Verfügung stehenden Gästebetten. Insbesondere die Gemeinschaftszimmer mit Hochbetten im Dellerthaus müssten zu Familienzimmern umfunktioniert werden. Aus diesem Grunde sei nun erst mal eine Machbarkeitsstudie erforderlich, bevor die Planungsleistungen – für die Mittel im Haushalt 2026 eingeplant sind – beauftragt werden und die eigentliche Ausschreibung starten kann.

Drei Ratsmitglieder fehlten auf der Sitzung, von den verbliebenen Acht stimmten Sieben für den Beschlussvorschlag, lediglich Björn Westermann (Pro Juist) sprach sich dagegen aus, was er zuvor auch begründete: „“Das Haus wird mehr Geld verschlingen als wird denken.“ Die Zinsen seien seit dem Kauf gestiegen, zudem werde es über den Bereich Bad (Kurverwaltung) abgewickelt, d.h. auch aus Beiträgen für die Tourismusabgabe, die die Vermietbetriebe zahlen müssen. Westermann: „Wir können uns das Ding eigentlich gar nicht leisten!“ Er hoffe, dass mit dem neuen Rat und Bürgermeister am Ende eine gute Lösung gefunden werde.

Der Bürgermeister gab Westermann recht, dass es im Moment viel Geld koste. Der Kauf sei aber damals mit der Kommunalaufsicht abgestimmt worden. Der Kaufpreis lag bei 3,2 Mio Euro, der tatsächliche Wert liege indes bei 8 Mio Euro. Die Gemeinde musste ein Darlehen für den Kauf aufnehmen und zahlt derzeit 100.000 Euro Zinsen per Jahr. Die gesamte Sanierung wird auf weitere 3,5 Mio Euro geschätzt. Bei so großen Projekten ginge man immer ein Risiko ein, aber es gäbe einen kräftigen Pachtinteressenten aus dem kirchlichen Bereich und „wenn es dann läuft, hat die Insel viele tausend Übernachtungen mehr, es würden neue Gäste aus NRW und den südlichen Bundesländern kommen.“

Über die restlichen Punkte der Ratssitzung wird JNN noch berichten.

TEXT: STEFAN ERDMANN
FOTO: JENS WELLNER

 
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