Etwas ungewohnt, weil komplett eingerüstet, steht der Juister Wasserturm, ein Wahrzeichen der Inseln, derzeit auf seiner Düne, denn eine Grundsanierung ist unumgänglich. Im April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 233.800 Euro.
Aufgrund einer Auflage des Landkreises Aurich infolge einer geänderten Verordnung wurde der Bau rund 34.000 Euro teurer als ursprünglich geplant. Am 9. Dezember vergangenen Jahres vergab der Gemeinderat die Arbeiten komplett an einen Generalunternehmer. Das Norder Bauunternehmen Tell KG hatte die Sanierung für rund 199.000 Euro angeboten und erhielt den Zuschlag. Allerdings „vorbehaltlich der Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt“, welches dann bei der Vergabe an einen Generalunternehmer nicht mitging. Die Ausschreibung wurde aufgehoben und der Ratsbeschluss gekippt.
„Wir mussten daher die Ausschreibung einmal neu starten und in die einzelnen Gewerke aufteilen,“ so Carina Janssen-Visser von der Abteilung Bauunterhaltung der Gemeinde. Das wurde dann gemacht und am 27. Januar im Rat wurden dann die einzelnen Gewerke bestätigt und die Aufträge entsprechend der Vergaberichtlinien erteilt. Allerdings sah die Rechnung nun anders aus: Die Firma Tell gab nun ein Angebot über ca. 155.500 Euro für die sogenannten Bauhauptarbeiten ab. Dazu gesellten sich jetzt aber vier weitere Betriebe, die die Zuschläge für Gerüstbauarbeiten, Dacharbeiten und Bauklempnerei, Stahlbauarbeiten sowie Lieferung und Einbau neuer Fenster und Türen bekamen, so dass sich die Gesamtsumme aller Arbeiten unterm Strich auf rund 233.800 Euro beläuft. Jetzt konnte mit der Sanierung begonnen werden und der Wasserturm bekommt pünktlich zu seinem 100. Geburtstag ein schönes Make-Over.
Im Jahr 1927 wurde der Wasserturm gebaut, nachdem ein altes Wasserbassin im September 1926 eingestürzt war. Durch das natürliche Gefälle wurde die Insel mit Trinkwasser versorgt. Zwar folgte später der Bau des heutigen Wasserwerkes (1974/1975), da die Leistung des alten Wasserwerks unterhalb des Turmes hinter dem Alten Warmbad aufgrund des zunehmenden Wasserverbrauchs nicht mehr ausreichte, doch immer noch ist der alte Turm zusätzlich in Betrieb. Er besitzt ein 250 m³ fassendes Vorratsbecken, das weiterhin unverzichtbar für die Wasserversorgung der Insel ist. Besonders wichtig ist er während der Sommermonate mit seinen hohen Verbrauchszeiten.
Von den Juistern wurde der Wasserturm früher liebevoll "Doornkaatbuddel" genannt, weil er der Flasche der damals bekannten Schnapsmarke aus der nahegelegenen Stadt Norden ähnlich sah. Da der Turm weiterhin funktionsfähig und Bestandteil der Wasserversorgung ist, ist eine Öffnung zur Besichtigung und Besteigung nicht möglich.
TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN