Zur 25. Sitzung des Bäderausschusses trafen sich die Mitglieder am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus unter Vorsitz von Björn Westermann (Pro Juist). Zu Beginn wurde die Vergabe des „kleinen Winterzaubers“ auf dem Kurplatz für die Jahre 2026 bis 2028 behandelt. Für das Angebot gab es lediglich einen Bewerber, der alle Anforderungen erfüllte.
Mit sechs Fürstimmen erhielt „Heini´s Kombüse“ von Heiko Fürstenberg & Maik Strohm den Zuschlag. Ratsmitglied Gerhard Jacobs (CDU) stimmte wie im Vorhinein bereits angekündigt dagegen, da er das Angebot bei der um diese Zeit herunterfahrenden Juister Gastronomie nicht als das richtige Angebot empfindet.
Ein weiteres Thema war die mögliche Anschaffung einer LED-Wand für Veranstaltungen. Thomas Vodde aus der Verwaltung sprach hier jedoch keine Kauf- oder Mietempfehlung aus, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis derzeit nicht überzeugend sei. Zwar gäbe es auch günstigere Lösungen aus einzelnen Modulen, für Juist und geplante Veranstaltungen wie etwa ein Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft wäre jedoch eine gekofferte, wind- und wettergeschützte Anlage erforderlich, was die Kosten deutlich erhöhen würde.
Das Interesse an einer gemeinsamen Möglichkeit, beispielsweise Fußballspiele zu verfolgen, sei dennoch groß. Neben dem gemeinschaftlichen Erlebnis könne eine öffentliche Lösung auch dazu beitragen, sehr laute private Public Viewing Feiern etwas zu entzerren. Grundsätzlich wäre eine Übertragung auch im „Haus des Kurgastes“ möglich. Ratsmitglied Tjard Gillet (Grüne) brachte zusätzlich die Idee ein, statt einer LED-Wand eine Leinwand mit leistungsstarkem Beamer anzuschaffen, der auch bei Tageslicht funktioniert. Dieser könnte auch für Kino am Strand oder andere Veranstaltungen genutzt werden. Der Ausschuss beschloss einstimmig, zunächst ein Angebot für einen solchen Beamer einzuholen und dieses in der nächsten Ratssitzung vorzulegen.
Unter dem Tagesordnungspunkt „TöwerFlow“ wurde berichtet, dass das Projekt nun ausgeschrieben werden könne, nachdem die Fördermittel bewilligt wurden. Voraussetzung ist noch die Zustimmung des Gemeinderates. Auf Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass die Umsetzung aufgrund einer bereits vorhandenen Datenbank relativ schnell erfolgen könne. Als möglicher Zeitraum für die Fertigstellung wurde Sommer oder Herbst dieses Jahres genannt.
Beim JuistPortal handelt es sich um eine intelligente Vertriebsplattform, also einen Onlineshop, der Gästen künftig personalisierte Angebote vorschlagen soll. Das Projekt wird von der NBank mit 100.000 Euro gefördert, wodurch für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 34.500 Euro verbleibt. Um die Förderung nicht zu gefährden, wird der Verkauf von Fährtickets zunächst nicht integriert. Hintergrund ist zum einen der derzeit nur verlängerte Kooperationsvertrag mit der AG Reederei Norden-Frisia, an dessen neuer Ausgestaltung derzeit gearbeitet wird. Zum anderen war der Ticketverkauf auch nicht Bestandteil der ursprünglichen Förderanfrage. Langfristig ist jedoch geplant, eine Plattform zu schaffen, über die Gäste verschiedene Angebote wie Fähre oder Parktickets zentral buchen können. Der Ausschuss stimmte dem Projekt mit einer Enthaltung zu.
Ebenfalls beschlossen wurde die Auftragsvergabe für den Bau einer Yogaplattform am Strand. Die etwa 100 Quadratmeter große Plattform soll rund 50 Zentimeter über dem Sandboden errichtet werden und Platz für etwa 25 Personen bieten. Neben Yoga sind dort auch andere Aktivitäten denkbar. Den Auftrag erhielt die Firma Juist Dach GmbH, die Kosten für den Bau in Modulbauweise liegen bei knapp unter 20.000 Euro.
Auf Antrag von Ratsmitglied Kornelia Rippe (CDU), die selbst nicht anwesend war, wurde außerdem über ein durchgehendes Freizeit und Kinderaktivitätsangebot gesprochen. Die Verwaltung stellte dazu eine Reihe bereits geplanter Veranstaltungen vor, die sich über einen Zeitraum von rund acht Wochen im Sommer erstrecken sollen. Dazu gehören unter anderem eine Naturwoche im Juli, ein Fußballcamp von Juli bis August, Kinderyoga, Achtsamkeits- und Aktivwochen, ein Kinderrechte-Workshop, Beachpartys sowie verschiedene Turniere. Ergänzend wurde auch ein Angebot eines Akrobatenzirkus vorgestellt, der zusätzlich zu bestehenden Attraktionen wie Trampolin, Bungee Trambolin und Minigolf für ein paar Wochen vor Ort sein könnte.
Zum Abschluss berichtete die Verwaltung noch kurz über das geplante Urlaubsmagazin sowie über das Format „Meerblicke“, das mit rund 6.000 Abonnenten und etwa 3.000 Zuhörern täglich bereits gut angelaufen sei. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass Heike Heiken aufgrund von Personalmangel die Vermietung der Solarrollstühle einstellen musste. Nach einer Lösung werde derzeit gesucht.
Für Donnerstag ist zudem ein Treffen zur Vorbereitung des Osterfeuers sowie der 1. Mai-Feier geplant. Der Maibaum wird künftig im Rondell, also an einem neuen Standort auf dem Kurplatz, aufgestellt. Dafür sind aus sicherheitsrelevanten Gründen bauliche Anpassungen notwendig. Eine im Boden versenkbare Halterung soll zeitnah einbetoniert werden und Ende April erstmals einsatzbereit sein.
Ebenfalls angekündigt wurde die Wiedereröffnung des erweiterten Spielzimmers, das voraussichtlich im März wieder öffnen soll. Eine kleine Eröffnungsfeier ist für Montag, den 23. März 2026 geplant. Ein Großteil des neuen Spielzeugs sei bereits vorhanden, weitere Lieferungen werden allerdings erst nach Ostern erwartet.
Die Sitzung endete nach rund 45 Minuten.
TEXT: FRIEDERIKE SCHMERMBECK