Gespielt wurde der Dreiakter „Alles für die Katz“ von Anita Pastoor in einer Bearbeitung und hochdeutschen Übersetzung von Stefan Erdmann. Zur Premiere im Haus des Kurgastes konnte die Juister Theatergruppe „Antjemöh“ am Montagabend ein gut gefülltes Haus begrüßen.
Bereits vor Beginn sorgten die Volkstanz- und Trachtengruppe „Juister Hupfdohlen“ mit einem Sektempfang sowie der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Juist für einen stimmungsvollen Auftakt. Olaf Hollwedel eröffnete den Abend und sprach mit einem Augenzwinkern von einer Welturaufführung auf Hochdeutsch, nachdem das Stück zuvor ebenfalls erstmalig in Elisabethfehn in plattdeutscher Sprache aufgeführt worden war. Mit den Worten „Viel Vergnügen mit der Theatergruppe Antjemöh und Bühne frei“ übergab er an das Ensemble.
Das Stück überzeugte von Beginn an mit viel Wortwitz und zog das Publikum schnell in die Handlung. Sprachliche Ideen wie „Brötchen mit Sonnenbrand“ oder „Berliner à la Currywurst“ sorgten für zahlreiche Lacher. Auch Bezüge zu bekannten Orten auf Juist tauchten immer wieder im Stück auf. Neben Hochdeutsch und englischen Elementen war auch Plattdeutsch Teil des Abends. Mit der Figur Nock Nock kam zusätzlich Bewegung in die Handlung.
Im Mittelpunkt steht Sigrid Plumboom, die nach dem Tod ihres Mannes ihre Bäckerei alleine führt und eine Erbschaft erwartet. Eine entfernte Verwandte ihres verstorbenen Mannes aus England hat sie als Erbin eingesetzt, ging jedoch von einer intakten Familie mit Kind und einem Juweliergeschäft ihres Mannes aus. Daher wird kurzerhand eine passende Familie zusammengestellt. Nachbarn und Freunde übernehmen Rollen, was für zahlreiche Verwicklungen sorgt. Am Ende warten noch einige überraschende Wendungen auf das Publikum.
Das Zusammenspiel des Ensembles wirkte gut eingespielt und trug den Abend von Beginn an. Elina Extra überzeugte in ihrer ersten Bühnenrolle direkt in einer der Hauptrollen und holte das Publikum mit natürlichem Spiel und gutem Timing ab. Auch Heike Peters stand nach längerer beruflich bedingter Pause wieder auf der Bühne.
Die Inszenierung wurde durch eine aufwendige Kulisse ergänzt, die die Handlung vor einer Bäckerei ansiedelte. Teile des Bühnenbildes sowie Kostüme wurden von der Theatergruppe Elisabethfehn unter Leitung von Anita Pastoor zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit ihrer Theatergruppe selbst vor Ort war. Zum Abschluss wurde ihr auf der Bühne als Dankeschön ein Blumenstrauß überreicht.
Zum Ensemble gehören Margrith Bucher, Stefan Erdmann, Elina Extra, Heike Westkott, Elisabeth Tobaben, Elke Zawada, Heike Peters und Sylvia Hupens. Unterstützt wurde die Aufführung von Souffleuse Iris Rößler, Regisseurin Solveig Schmitz, Maskenbildner André Behrends sowie den Bühnenhelferinnen Ute Buss und Magdalena Lysio.
Am Ende bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus für einen rundum unterhaltsamen Abend.
Insgesamt achtmal soll das Stück in diesem aufgeführt werden, die nächste Aufführung ist für Montag, den 30. März 2026, um 20:00 Uhr vorgesehen.
Das Foto oben auf der Startseite zeigt das diesjährige Theaterteam. Die zweite Aufnahme ist eine Szene aus dem zweiten Akt, es folgt ein Bild vom Auftritt des Musikzuges der Feuerwehr. Zwei weitere Motive wurde beim Sektempfang mit der Trachtengruppe aufgenommen worden, es folgt ein Bild mit den Zuschauern, die Gruppe in den grünen Jacken ist die Theatergruppe aus Elisabethfehn.
Die letzten Bilder entstanden am Ende der Aufführung, der Feuerwehr, vertreten durch Musikzugführerin Britta Bockelmann und die Trachtengruppe mit ihrer Leiterin Anja Büsing-Bartels erhalten als Dank ein kleines Geschenk durch die Heimatvereinsvorsitzende Sylvia Hupens. Ein weiteres Bild zeigt alle Akteure, das letzte Foto wurde aufgenommen, als Autorin Anita Pastoor sich für die Aufführung bedankte, denn sie hatte noch ein Stück von sich in hochdeutscher Sprache erlebt.
Weitere Bilder von der Aufführung finden sich aus technischen Gründen als getrennte Beiträge hier auf JNN.
TEXT: FRIEDERIKE SCHMERMBECK
FOTOS: FRIEDERIKE SCHMERMBECK (4), ANDREAS ARNEKE (2), MEIKE ADAM (3)