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Nationalparkverwaltung: Warum auf Juist nun Besucher gezählt werden

Beigetragen von JNN am 08. Jun 2026 - 11:45 Uhr

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 Wer in letzter Zeit aufmerksam über die Insel spaziert ist, hat sie vielleicht schon entdeckt: Im Westen der Insel Richtung Billriff (Fotos) sowie im Osten der Insel bei der Schutzhütte Kalfamer stehen seit Kurzem drei Personenzählgeräte. Das Besuchermonitoring ist Teil des grenzübergreifenden Projekts „WattenVision“, teilte die Nationalparkverwaltung Nieders. Wattenmeer nun in einer Pressemitteilung mit.

Ziel dieses Kooperationsprojekts von touristischen Akteuren und dem Nationalpark ist es, eindrucksvolle Naturerlebnisse zu ermöglichen und gleichzeitig die empfindlichen Lebensräume zu schützen. Gerade in sensiblen Wildnisgebieten ist es wichtig zu wissen, wie viele Menschen unterwegs sind und wie sie sich im Gebiet verteilen. Die mithilfe der Zählgeräte gewonnenen Daten helfen, die Besucherströme gezielt zu lenken – so können Überlastungen in einzelnen Bereichen vermieden und gleichzeitig positive Naturerlebnisse ermöglicht werden.

Die Technik dahinter ist einfach und datenschutzfreundlich: Die Infrarot-Personenzähler sind unauffällig in Holzpfosten integriert. Sie machen weder Fotos noch Videos, sondern registrieren nur Temperaturveränderungen, wenn jemand vorbeigeht. So wird anonym gezählt, wie viele Personen in welcher Richtung unterwegs sind – ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen.

Die so gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage, um die Bewegungen von Besuchern in diesen besonderen Wildnisgebieten im Westen und Osten von Juist besser zu verstehen. Darauf aufbauend können gezielte Maßnahmen für ein naturverträgliches Besuchermanagement entwickelt werden, um Natur und Tourismus langfristig in Einklang zu bringen und so die einzigartige Natur der Wattenmeerregion zu schützen.

Ziel des Projekts ist es, die Wattenmeerregion zu einem der nachhaltigsten Reiseziele Europas zu entwickeln. Dabei soll ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Natur- und Artenschutz, wirtschaftlichen Interessen sowie der Lebensqualität für Einheimische und Gäste geschaffen werden. Zehn Partner aus Deutschland und den Niederlanden arbeiten hierfür gemeinsam an innovativen Lösungen für einen naturverträglichen Tourismus.

Das Projekt WattenVision wird im Rahmen des Interreg A-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und wird mitfinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, sowie durch die Provinzen Fryslân und Groningen, begleitet durch das Programmmanagement in der Ems Dollart Region (EDR).

TEXT: NATIONALPARKVERWALTUNG NIEDERS. WATTENMEER
FOTOS: STEFAN ERDMANN

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