Er war Wattführer, Musiker, Klima- und Tierschützer, Ratsherr und der wohl bekannteste Borkumer Einwohner: Albertus Jansen Akkermann. Am 11. Juli ist das Borkumer Original im Alter von 59 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Nicht nur die Borkumer, sondern die Insulaner aller sieben Inseln trauern um ihn, und besonders für Juist gibt es dafür einen besonderen Grund.
Mit elf Jahren hatte Akkermann das Akkordeonspielen gelernt. Schnell merkte er, dass er mit seiner Musik den Leuten eine Freude machte. Mit 14 spielte er in der ersten Tanzkapelle, den „Crazy Teedrinkers“. 1987 fand sich dann die erste Besetzung der Band „Triangel“ zusammen, wo Albertus 1992 dazu stieß. Um die Jahrtausendwende begann die „Juister Zeit“ von Triangel. Man wirkte beim „Töwerland Musikfestival“ regelmäßig mit, es gab Auftritte auf dem Kurplatz oder im Haus des Kurgastes für die Kurverwaltung, aber auch bei besonderen Anlässen wie etwa die fünfzigjährige Jubiläumsfeier der Loogster Gaststätte „Kiebitzeck“.
Die damaligen Veranstalter vom Musikfestival traten in der Zeit an die Borkumer ran, ob sie nicht ein eigenes Lied für Juist schreiben könnten. Und Albertus Akkermann schrieb. Und was dabei rauskam, schlug auf Juist 2003 wie eine Bombe ein. „Töwerland, Töwerland“ eroberte die Herzen von Juistern und Gästen gleichermaßen. Es entwickelte sich daraus schnell die inoffizielle Inselhymne, die mittlerweile untrennbar mit Juist verbunden ist. Und damit auch Albertus „Bertus“ Akkermann.
Aber da war noch so viel mehr: Am 21. Juni 2010 stellten die Musiker sogar einen Weltrekord auf, als sie an diesem einzigen Tag per Schiffstransfer auf allen sieben Ostfriesischen Inseln ein Konzert gaben. Auch bei den jährlichen Treffen „Insulaner unner sück“, welches seit fast 30 Jahren jedes Jahr auf einer anderen Insel stattfindet, war Albertus Akkermann besonders in den ersten Jahren immer dabei. Es gab daher wohl kaum einen Insulaner bis hin nach Wangerooge, der Albertus nicht kannte. Während der Corona-Zeit stellte Akkermann sich mit seinem Akkordeon ans Meer und sang seine Lieder. So wollte er Hoffnung schenken in düsteren Zeiten – und erreichte damit Hunderttausende über Youtube.
Gute Reise, lieber Bertus. - Und Du kannst Dir sicher sein, dank Deiner Hymne wirst Du hier auf Deinem Töwerland unvergessen bleiben.
TEXT: STEFAN ERDMANN
FOTO: BORKUM AKTUELL