Wie bereits am Sonntag der Vorwoche ging es für die Mitglieder der Feuerwehr und einer großen Zahl von Helfern auch am Sonntag, den 06. September 2026, um die Mittagszeit an den Strand. Am Kalfamer der Insel war eine Gruppe Kajak-Fahrer im Brandungs-gürtel in Schwierigkeiten geraten. Acht Fahrer der zweiundzwanzigköpfigen Gruppe waren teilweise abgetrieben und hatten ihre Kajaks verloren.
Als der Einsatzleiter der Feuerwehr bereits kurz nach der Alarmierung am Unfallort eintraf, konnte er eine Person in Empfang nehmen, die gerade durch Helfer der Gruppe aus dem Wasser geholt wurde. Fünf weitere Personen waren hinter der ersten Sandbank zu erkennen, aber noch in Gefahr.
Zwei Personen wurden etwa 500 Meter vom Strand entfernt durch den Rettungskreuzer "Eugen“ der Station Norderney gesichtet und durch einen Hubschrauber per Seilwinde aus dem Wasser gerettet. Beide Personen wurden dem Rettungswagen am Flugplatz übergeben.
Die weiteren fünf Personen wurden durch weitere Mitglieder ihrer Gruppe sicher an Land gebracht und dort durch die Feuerwehr und den Rettungsdienst medizinisch versorgt und betreut.
Zunächst war unklar ob noch weitere Personen fehlen, da die Gruppe mittlerweile weit auseinander gezogen worden war. Nach einiger Zeit konnte die Vollständigkeit der Gruppe bestätigt werden. Somit war der fünfzigste und dramatischste Einsatz des Jahres 2026 nach etwas mehr als einer Stunde beendet.
Gemeinsam mit der Wehr waren der Rettungsdienst, die Polizei Juist, die Rettungsschwimmer der Inselgemeinde, die Seenotretter der Stationen Norderney und Norddeich, die DLRG Norderney, ein Hubschrauber der Northern Helicopters, ein Traktor des NLWKN, sowie das Seehundfahrzeug der Wattenjagdaufseher mit an diesem Einsatz beteiligt.
Sehnsüchtig erwartet die Feuerwehr auf ihr Kleinfahrzeug für solche Einsatzlagen. Der Antrag hierzu wurde bereits vor vier Jahren gestellt, jedoch von der Verwaltung über drei Jahre ignoriert.
TEXT: AREND JANSSEN-VISSER
FOTOS: UWE KATTWINKEL, AREND JANSSEN-VISSER