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Heimatverein e.V.: Zum sanierten Haus "Siebje" fehlt immer noch das Grundstück

Beigetragen von S.Erdmann am 15. Mär 2014 - 23:08 Uhr

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Viel Energie verwendete der Heimatvereines Juist im vergangenen Jahr wieder für das vereinseigene Insulanerhaus "Siebje". Vize-Vorsitzender Hans-Georg Peters berichtete auf der kürzlich im Hotel "Friesenhof" durchgeführten Jahreshauptversammlung darüber, dass im Vorjahr alle notwenigen Sanierungsarbeiten durchgeführt werden konnten. So wurde eine neue Heizung eingebaut, der Westgiebel und andere Stellen im Mauerwerk repariert und das Haus komplett gestrichen. Alle Arbeiten führten Juister Betriebe durch.

Leider gab es zum gewünschten Kauf des Grundstückes keine neuen Ergebnissen. Das Bauamt befürchtet wohl Baueinschränkungen am Nachbarhaus, dem "Alten Warmbad", wenn sie das Siebje-Grundstück abgebe. Dennoch will der Heimatverein am Ball bleiben, so Vorsitzender Thomas Koch. Für das Grundstück habe man bereits eine große Summe an Eigenmitteln angehäuft, um dann nur noch eine Restsumme auf dem Kreditmarkt aufnehmen zu müssen.

Der Kassenbericht fiel entsprechend positiv aus. Kassenwart Franz Tiemann berichtete darüber, dass das alte Konto vom "Inselverein" im Vorjahr aufgelöst wurde und dessen Vermögen in den Heimatverein überging. Der "Inselverein", der richtig "Verein zur Pflege und Erhaltung des Inselcharakters der Nordseeinsel Juist e.V." hieß, wurde Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gegründet; in ihm fanden sich vor allem die Inselbahnbefürworter wieder, die den Hafenbau verhindern wollten. Danach ließ man den Verein ruhen, es kam aber zu keinen neuen Aktivitäten mehr.

Koch berichtete davon, dass im vergangenen Jahr der Förderverein Küstenmuseum gegründet wurde, in dem auch der Heimatverein mit drei Mitgliedern stimmberechtigt im Vorstand sei. Für die baulichen Maßnahmen an dem Gebäude ist weiterhin die Gemeinde- und Kurverwaltung als Eigentümerin gefragt, der Förderverein kümmert sich mehr um die innere Ausstattung. So werde zurzeit eine neue Ausstellung zum Thema "Juister Inselbahn" aufgebaut, in Kürze finde zudem die erste Jahreshauptversammlung statt.

Der Vorsitzende bedauerte, dass die Internet-Seite vom Verein kaum gepflegt werde, was darauf zurück zu führen sei, dass einfach zu wenig oder gar keine Beiträge aus den Untergruppen dafür eingingen. Aktiver sei man da auf der Facebook-Seite des Vereines. Koch gab noch den Hinweis, dass man auf der Vereinsseite einen Link zu Facebook finde, hierüber könnten auch Personen, die nicht bei Facebook angemeldet sind, die Seite aufrufen.

Koch dankte besonders Hans Kolde, dessen Honorare von seinen Diavorträgen dieser jetzt stets der Untergruppe "Kunst auf Juist" zur Verfügung stellt, ebenso Franz Tiemann, der sich sehr bei den Bauarbeiten am Haus "Siebje" eingebracht hatte. Außerdem wünschte er sich noch ein paar mehr Helfer, wenn im Frühjahr und Herbst der Garten rund um das Häuschen durch eine kleine Gruppe gepflegt werde. Die Termine hierzu würden kurzfristig im Schaukasten vom Haus "Siebje" eingestellt werden.

Hans-Georg Peters berichtete über die sehr gut besuchten "Klönnachmittage", wo Hans Kolde interessante Dias zeigt. Auch habe der Heimatverein seit dem Vorjahr die Pflege des Grabes von Dr. Enno Arends übernommen. Hier sei inzwischen - analog zur ebenfalls vom Verein betreuten Grabstätte von Fritz Hafner - eine Infotafel angebracht worden, da der Informationshunger nach Inselgeschichte bei den Gästen sehr groß sei.

Innerhalb der Untergruppen des Heimatvereines gab es unterschiedlich starke Aktivitäten. In der Theatergruppe "Antjemöh" gab es im Vorjahr nur die Mitwirkung am Inselabend, da kein Theaterstück aufgeführt wurde, so Uda Haars. In diesem Jahr würde es wieder ein Stück geben, Premiere sei am 7. April. Hierdurch gab es auch im Vorjahr keinerlei Aktivität bei der Bühnengang. Thomas Koch dankte den Helfern für den Bau der Bühne für das diesjährige Stück, gerne hätte man noch weitere Mitglieder bei den Bühnenbauern. Ein besonderer Dank ging an Alt-Bühnenbauer Jan Broer, der immer sehr viel zusätzliche Arbeiten (z. B. Änderungen von Fenstern oder Türen in den Bühnenteilen, Aufbau von Haustür- oder Telefonklingeln usw.) übernimmt und damit großen Anteil am Gelingen der Aufführungen hat.

Für die Volkstanz- und Trachtengruppe "Juister Hupfdohlen" berichtete Inka Extra von einem sehr effektiven Übungsseminar im Potshausen. Derzeit habe man sieben Tanzpaare, wünschenswert wären aber auch hier weitere Tänzer.

Die Linedance-Gruppe "Crows in Line" habe wieder ein Übungsseminar an der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann durchgeführt, ebenso gab es eine ganze Reihe von Auftritte, so beim Loogster Maifest, den Inselabenden, beim Inseltreffen auf Norderney und am Tag der Bürgerstiftungen, so Steffi Großhans. Auch hier wünscht man sich mehr als die zurzeit vorhandenen 13 Mitglieder.

In ihrer Eigenschaft als Maibaumkönigin gab Heike Habbinga bekannt, dass für das Aufstellen und Bewachen des Maibaumes in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr zuständig sein wird, da die Ortsgruppen vom Roten Kreuz und der Seenotretter, die turnusmäßig am Zuge wäre, diese Aufgabe mangels zur Verfügung stehender Mitglieder nicht übernehmen könnten. Beide Gruppen wollen sich zwar nicht ganz dort ausklinken, doch im Moment sei diese Aufgabe dort nicht zu bewältigen. Das Aufstellen des Baumes im Vorjahr durch den Segel-Klub Juist habe gut geklappt, jedoch nannte Habbinga es ärgerlich, wenn das Schmücken des Baumes am Bootshaus dann fast nur von Leuten des Heimatvereines durchgeführt wird, weil die SKJ-Mitglieder lieber an ihren Booten werkeln.

Recht gut lief im Vorjahr die alljährliche Aktion "Saubere Insel". Die Beteiligung war trotz sehr schlechtem Wetters besser, nachdem man nun keine Treffpunkte für die einzelnen Vereine mehr benannte, sondern alle Helfer aufforderte, sich auf dem Kurplatz zu melden, von wo aus sie eingeteilt wurden. Dieses will man in diesem Jahr (Termin ist der 22. März) beibehalten, jedoch soll die Aktion wieder nachmittags durchgeführt werden, als Treffpunkt wurde aus logistischen Gründen diesmal das Feuerwehrgerätehaus festgelegt. Der Vormittagstermin im Vorjahr kam auf Wunsch der Umweltschutzorganisation BUND zustande, der mit einer größeren Gruppe dabei war, um den Strand zu reinigen. Diese kommen auch in diesem Jahr wieder, aber erst eine Woche später. Dann allerdings ist die "Aktion Saubere Insel" nicht möglich, da sich fast alle aktiven Insulaner dann auf Borkum beim Inseltreffen befinden.

Sehr gut laufe derzeit die Jugenddisco im "Haus des Kurgastes". Hier war Thomas Koch, der viele Jahre als Aufsichtsperson fungierte, zurückgetreten. Jona Endelmann von den Jugendlichen hatte dann Leute dafür gesucht, seitdem findet die Aufsicht im Wechsel statt und laufe sehr gut. Ein besonderer Dank ging an Hausmeister Michael Suk, der ebenfalls für die Belange der Jugenddisco immer ein offenes Ohr hat.

Aus der Gruppe "Kunst auf Juist" berichtete Hans Kolde, dass man hier noch einiges bewegen konnte, obwohl er aus gesundheitlichen Gründen fast ein halbes Jahr ausfiel. So konnten wieder zwei Ausstellungen für das Jahr 2014 im "Haus des Kurgastes" und "Alten Warmbad" geplant und vorbereitet werden, wobei eine bereits seit Jahresanfang läuft, die zweite zu Ostern eröffnet wird. Kolde freute sich, dass er nun für die handwerklichen Arbeiten zwei Mitarbeiter vom Bauhof der Gemeinde bekäme, denn dieses sei ihm nicht mehr möglich. In dem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass man sich langsam nach einem neuen Betreuer der "Töwerland Galerie" umsehen müsse. Rund 500 Bilder, davon ein großer Teil aus dem Nachlass von Fritz Hafner, bewahrt der Heimatverein derzeit in einem Tresor im Bauhof auf. Kolde selbst feierte zwei Tage vor der Versammlung seinen neunzigsten Geburtstag, gerne würde er, wie bereits seit längerem mit dem Küstenmuseum, auch die Galerie in jüngere Hände geben.

Ein weiterer Höhepunkt in der Gruppe war die Aufstellung der neuen Badefrau vor dem Alten Warmbad. Die alte und beschädigte Skulptur hat ein Juister Hotelier gegen eine ansehnliche Spende übernommen. Auch war Kolde froh, dass man im Vorjahr die Schmalfilme von Fritz van Freeden in digitale Form bringen und somit für die Nachwelt erhalten konnte. Van Freeden hatte über Jahrzehnte alle wichtigen Begebenheiten festgehalten und früher auch Filmabende für die Gäste durchgeführt. Kolde: "Es war fünf Minuten für zwölf, denn das Filmmaterial befand sich in einem sehr desolaten Zustand."

Viel Freude machten am Schluss die Ausführungen von Andreas Arneke, der das Archiv des Heimatvereines verwaltet und der einige Schätze mitgebracht hatte. So habe man unter anderem ein Kinderbild des Juister Originales Miele Rass auftreiben können. Er freute sich besonders, in den äußersten Ecken des Archivs, das sich auf dem Dachboden vom Haus "Siebje" befindet, sogar noch mehrere Originale der früheren Inselmalerin Elisabeth Reuter gefunden zu haben. Durch eine Spende der Raiffeisen-Volksbank Fesena steht nunmehr ein PC zur Verfügung, um das umfangreiche Material digital und somit dauerhaft zu archivieren. (JNN berichtete)

Neben dem umfangreichen Material des Juist-Historikers Onno F. Fisser sortiere er im Moment auch die beim Heimatverein schon lange vorhandenen Dinge. Er habe zudem Hinweise gefunden, wonach noch Bücher, Fotos etc. vom Heimatverein in privaten Haushalten lagern, dieses soll zunächst geprüft werden. Er bedauerte auch, dass aus den auf Juist abgerissenen alten Häusern nichts in das Archiv vom Heimatverein käme: "Ich fürchte, dass da einiges aus der Inselgeschichte einfach auf den Müll wandert." Zudem habe die zurzeit laufende Ausstellung mit alten Karten von Tim Köhler gezeigt, dass auch hier beim Heimatverein noch vieles fehlt. Arneke: "Da hat eine Privatperson, die erst vor einigen Jahren nach Juist kam, Unmengen von alten Ansichtskarten gesammelt, die nicht einmal der Heimatverein in seinem Archiv hat." Außerdem erinnerte er daran, dass in diesem Jahr zahlreiche Jubiläen auf der Insel anstehen, so wird die evangelische Inselkirche 50 Jahre alt, das Seebad Juist besteht 175 Jahre, vor 80 Jahren wurde die Siedlung erbaut, ebenso der Verkehrslandeplatz eröffnet. Außerdem sei der Heimatverein dreißig Jahre lang im Besitz des Hauses "Siebje".

Kurz nach der Versammlung fand auch die alljährliche Grünkohltour zur "Domäne Bill" für die Mitglieder des Heimatvereines statt. Rund dreißig Personen nahmen bei strahlendem Sonnenschein daran teil und hatten viel Spaß an diesem Ausflug. Als nächste Termine stehen im Heimatverein jetzt die "Aktion Saubere Insel" (22. März), das Inseltreffen "Insulaner unner sück" auf Borkum (28. - 31. März) und die Theaterpremiere von "Tante Adelheid" (7. April) an.

Unser Foto zeigt die Grabstätte von Dr. Enno Arends und seiner Frau Martha, die seit dem Vorjahr vom Heimatverein gepflegt und somit für die Nachwelt erhalten bleibt.
JNN-FOTO: STEFAN ERDMANN

 
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  1. http://www.juistnews.de/artikel/view/Main/Heimatverein e.V./
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