Juist Impression
Heimatverein e.V.

„Antjemöh“ klaute Diamantencollier auf Weihnachtsbazar

Eingereicht von S.Erdmann am 23. Mär 2016

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Ein begeistertes Publikum hinterließ die Theatergruppe „Antjemöh“ vom Juister Heimatverein am Montagabend im „Haus des Kurgastes“. Die Premiere des diesjährigen Stückes „Eine Überraschung ist zu wenig“ von Peter Buchholz war ein voller Erfolg, rund 250 Zuschauer sahen die erste Aufführung in diesem Sommer.

Regisseur Olaf Hollwedel freute sich, so viele Insulaner und Ostergäste zu dieser Gaunerkomödie begrüßen zu können. Er dankte besonders den Helfern, die an der Gestaltung der Bühne mitgewirkt hatten, so der Malerbetrieb Steimer und der Inselkünstler Friedrich Fäsing, der zugleich als Spieler mitwirkt.

Das Bühnenbild zeigte das Wohnzimmer des Werbetexters Max (Friedrich Fäsing), dessen Ideen es leider immer schon gibt und daher wenig einbringen. Eingezogen ist bei ihm seine Tante Henriette Lose (Uda Haars), die in jüngeren und besseren Jahren als „Belle Ivonne“ einst viele erfolgreiche Auftritte im Zirkus und Variete hatte. Mit ihrer kleinen Renten ist auch kein Staat zu machen und so entwickelte Ivonne – ihren richtigen Namen benutzt keiner - ein Talent, Einkäufe auch ohne das nötige Geld in der Börse zu unternehmen. Für Uda Haars war es die erste Hauptrolle. Bisher spielte sie nur einige Nebenrollen, führte aber schon mehrmals Regie und kümmerte sich um die Maske der Spielerin. Sie meisterte diesen teilweise schwierigen Part aber mit großer Bravour. Friedrich Fäsing war die letzten Jahre immer als Spieler dabei, schon vorher spielte er auf dem Festland in unzähligen Stücken mit. Das Publikum hatte viel Freude daran, wenn er von seinem Künstlerleben als Werbetexter sprach, denn als Maler ist er auch im täglichen Leben künstlerisch tätig.

Um Geld in die Kasse zu bekommen, plant Ivonne endlich mal ein großes Ding. Sie will das wertvolle Diamantencollier einer bekannten Sängerin stehlen, wenn diese auf einem Weihnachtsbazar im Ort auftritt. Helfen soll ihr dabei der Magier und König der Taschendiebe Caligari (Thomas Koch), mit dem sie früher gemeinsam aufgetreten ist. Die Rolle des smarten aber ebenfalls gealterten Caligari war Thomas Koch auf den Leib geschrieben. Koch, zugleich Vorsitzender vom Heimatverein, spielt seit vielen Jahren in jedem Stück mit.

Nachdem sich Caligari anfänglich ziert, gelingt es Ivonne, ihn für den großen Coup zu gewinnen. Jetzt muss noch Nachbarin Frau Kraft (Sabine Winter) als weitere Komplizin gewonnen werden. Mit der Rollenverteilung der leicht schusseligen Frau Kraft an Sabine Winter, die schon in mehreren Stücken mitwirkten, hatte man wieder einen guten Griff getan. Sie überzeugte durch klare und laute Aussprache sowie großer Textsicherheit. Die Szene, als sie von Ivonne zum Weihnachtsmann für besagten Bazar ausgebildet wird, zählte zu den Höhepunkten des Stückes.

Die Sache mit dem Collier könnte eigentlich reibungslos laufen, hätte sich Max nicht ausgerechnet in die Kriminalbeamtin Silvia Mommsen (Andrea Schulz) verliebt, die sehr schnell merkt, was da gespielt wird. Andrea Schulz war zum ersten Mal dabei, ihr Auftritt kam nur zustande, weil Stammspielerin Elisabeth Tobaben vor Probenbeginn aus Zeitgründen ihre Mitwirkung absagte. Sie ist ein echter Glückfall für die Gruppe, denn neben einer enormen Textsicherheit überzeugte sie mit großem schauspielerischem Talent und Spielfreude. Sie wird sicher auch in Zukunft einen festen Platz innerhalb von „Antjemöh“ finden.

Letzter Spieler im Bunde war Andreas Arneke. Er wirkte schon in unzähligen Stücken mit, leitete die Gruppe auch ein paar Jahre, und nach einer Auszeit meldete er sich nun zurück. Zwar wirkt er nur die letzten zehn Minuten des Schlussaktes mit, doch der Part des trockenen Versicherungsangestellten, den Ivonne für den Collierhehler hält, passte voll und ganz zu ihm.

Veranstaltungsleiter Thomas Vodde dankte der Theatergruppe im Anschluss für die Aufführung, mit dem neuen Stück hätte man wieder ein interessantes Angebot für die Gäste in der kommenden Saison. Eine besondere Überraschung erlebte Stefan Erdmann, einer der dienstältesten Spieler, der in diesem Jahr als Souffleur im Kasten sitzt, am Ende der Aufführung. Er hatte an diesem Tag Geburtstag und wie auf Kommando stand der gesamte Saal auf und brachte ihm ein Geburtstagsständchen. Die Spieler hatten zu Beginn unbemerkt kleine Zettelchen unter die Zuschauer verteilt und auf ein Zeichen von Regisseur Hollwedel ging es los.

Ebenfalls an der Aufführung beteiligt waren als Helfer hinter der Bühne Karin Noormann, Jan Broer und Marco Bolz. Der anschließende Bühnenabbau und das Verstauen im Bühnenkeller dauerten trotz tatkräftiger Hilfe der HdK-Hausmeister recht lange, da die Bühnengang sich aufgelöst hat. Man war sich einig, dass man versuchen muss, noch ein paar tatkräftige Männer für den Auf- und Abbau zu finden.

Anschließend lud der Heimatverein die Gruppe noch zu einer kleinen Premierenfeier in die „Bierstube“ vom „Hotel Friesenhof“ ein. HV-Vorsitzender Thomas Koch sprach hier allen Mitwirkenden den Dank und die Anerkennung des Heimatvereines aus. Ein besonderer Dank ging an Olaf Hollwedel, der die Inszenierung mit großem Engagement durchgezogen hatte.

Die Theatergruppe des Heimatvereines, die sich seit vielen Jahren „Antjemöh“ nennt, besteht in diesem Jahr genau 60 Jahre. 1956 ging es mit dem Stück „Kunzert in Dippelhagen“ los. Da es in einigen Jahren aus verschiedensten Gründen kein Stück gab, kamen in dieser Zeit insgesamt 46 Stücke auf die Bühne.

Die nächste Aufführung von „Eine Überraschung ist zu wenig“ findet am Montag, den 04. April statt. Weitere Aufführungstermine sind der 09. Mai, 20. Juni, 18. Juli, 01. August und 03. Oktober.

Die Fotos zeigen stammen aus den verschiedenen Szenen und wurden bei der Generalprobe aufgenommen.

JNN-FOTOS (10): AARON ARNEKE

 

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