Newsbeiträge
Aus der Region: Norderney-Fähre „Frisia I“ erhält Hybridantrieb
Die AG Reederei Norden-Frisia setzt eine nachhaltige Modernisierung ihrer Flotte fort, dazu erhält die „Frisia I“ einen Hybridantrieb, was zu einer Reduktion des CO₂-Ausstoßes um rund 400 Tonnen pro Jahr führt. Zwar fährt die „Frisia I“ nur nach Norderney, aber auch die Juister Leserschaft interessiert sich für solche Dinge. Daher finden Sie die Pressemitteilung der Norden-Frisia hier unter „Weiterlesen“.
Meyer RE, ein auf Modernisierung und nachhaltige Lebenszyklusverlängerung von Schiffen spezialisiertes Unternehmen der Meyer Familie mit Sitz in Papenburg, hat den Zuschlag für die umfassende Modernisierung der Inselfähre „Frisia I“ der AG Reederei Norden-Frisia erhalten. Neben der Umstellung auf einen Diesel-Elektrischen Hybridantrieb wird auch der Fahrgastsalon umfassend erneuert. Vergangene Woche wurde der Vertrag für den Umbau in Norddeich unterzeichnet.
Das neue Antriebskonzept verbindet moderne, besonders effiziente Dieselmotoren mit einem leistungsstarken elektrischen Antrieb und einem Batteriespeicher. Die Umbauarbeiten sind für den Zeitraum von September 2027 bis zum 1. März 2028 vorgesehen. Anschließend soll die „Frisia I“ mit ihrem neuen Hybridantrieb wieder im Fährverkehr zwischen Norddeich und Norderney eingesetzt werden.
Bislang verfügt die „Frisia I“, die 1970 in den Dienst gestellt wurde, über drei
dieselbetriebene Antriebe: zwei um 360 Grad drehbare Schottelpropeller sowie einen mittig angeordneten Festpropeller. Zwei zusätzliche Dieselgeneratoren versorgen das Bordnetz mit Strom. Im Zuge der Hybridisierung werden die beiden Schottelantriebe mit neuen, deutlich effizienteren Dieselmotoren ausgestattet. Der mittlere Festpropeller wird künftig elektrisch angetrieben. Die beiden bisherigen Dieselgeneratoren entfallen vollständig. Herzstück des neuen Systems ist eine Batterieanlage mit einer Gesamtkapazität von 1.200 Kilowattstunden (kWh). Sie liefert künftig sowohl die Energie für den elektrischen Mittelantrieb als auch für die gesamte Stromversorgung an Bord.
Geladen werden die Batterien im Wesentlichen mit Strom aus reedereieigenen Photovoltaikanlagen und Speicherelementen – ebenso wie beim Elektrokatamaran, der nach wie vor das einzige rein elektrisch betriebene Seeschiff unter Deutscher Flagge ist. Mit dem neuen Antriebs- und Energiekonzept wird die „Frisia I“ mehr als 40 Prozent Dieselkraftstoff einsparen und damit den CO₂-Ausstoß um rund 400 Tonnen pro Jahr reduzieren.
Von der Modernisierung der „Frisia I“ profitiert aber auch der Komfort für die Fahrgäste. Angelehnt an das Konzept der im letzten Jahr modernisierten „Frisia IV“ wird der Fahrgastsalon ein freundliches und helles Interieur und ein ansprechendes LED-Beleuchtungskonzept erhalten. Auch die Elektro- und Netzwerktechnik wird auf den neuesten Stand gebracht.
„Mit der Modernisierung durch die Meyer RE verlängern wir den Lebenszyklus der „Frisia I“ um viele Jahre und werden damit dem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept unseres Unternehmens gerecht“, sagt Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann. „Wir danken der Reederei Norden-Frisia für den Auftrag der Modernisierung der „Frisia I“ und ihr Vertrauen in Meyer RE. Wir konnten gemeinsam das Projekt in der Region behalten“, sagt Dr. Jan Meyer, Mitglied der Meyer Familie, und ergänzt: "Außerdem freut uns, dass wir so ausgerechnet einem 1970 auf der Meyer-Werft gebauten Schiff zu einer längeren und nachhaltigeren Lebenszeit verhelfen." Bertram Koch, Geschäftsführer der Meyer RE, erklärt den Hintergrund: "Der Frisia-Auftrag passt ideal in die strategische Ausrichtung der Meyer RE, für unsere maritimen Kunden nachhaltige Lösungen anzubieten. Fähren sehen wir dabei als wichtiges Wachstumsfeld."
Die Gesamtinvestition für die Hybridisierung und den Umbau des Salons des „Frisia I“ beläuft sich auf ca. 10 Mio. Euro. Die Hybridisierung wird durch die Förderrichtlinie „Nachhaltige Modernisierung von Küstenschiffen“ (NaMKü) vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) mit rund 2,5 Mio. Euro Förderung unterstützt.
Das Foto oben auf der Startseite zeigt (v.l.n.r.) Dr. Jan Meyer (Geschäftsführer Meyer RE), Frisia-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann, Meyer RE-Projektleiterin Lena Kiepe, Tino Davids, Kapitän der „Frisia I“, Michael Garrelts, technischer Inspektor bei der Frisia, Gijs Streppel, Key Account Manager bei Meyer RE und Hermann Harms, Maschinist der „Frisia I“, freuen sich, den Lebenszyklus der „Frisia I“ durch die Modernisierung um viele Jahre zu verlängern.
Foto Nr. 2: Unterzeichneten den Vertrag für die Hybridisierung der Frisia I (v.l.): Frisia-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann und Dr. Jan Meyer, Geschäftsführer der Meyer RE
Foto Nr. 3: Die „Frisia I“ im Sommer unterwegs zwischen Norddeich und Norderney.
Foto Nr. 4: Im Dezember 2020 führte die „Frisia I“ eine Werksfahrt nach Juist durch, wo dieses Foto im Juister Hafen entstand.
Foto Nr. 5: In den Brückennocken der „Frisia I“ gibt es auf jeder Seite einen Fahrstand. Mit den zwei Fahrhebeln links werden bei beiden Schottelantriebe bedient, man reguliert damit das Gas und kann die Schubrichtung einstellen.Der Schalthebel ist für die mittelere Hauptmaschine und der vierte Schalthebel vorne ist für das Bugstrahlruder.
TEXT: REEDEREI NORDEN-FRISIA/ANKE WOLFF
FOTOS:REEDEREI NORDEN-FRISIA (2), STEFAN ERDMANN (3)

