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Rat und Verwaltung: Aus Kinderspielplatz soll Mehrgenerationenplatz werden

Beigetragen von S.Erdmann am 03. Okt 2026 - 18:58 Uhr

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Die Inselgemeinde Juist lud kürzlich im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes alle interessierten Einwohner zu einer Informationsveranstaltung hinsichtlich eines Mehrgenerationenplatzes ins Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ ein. Neben der Presse erschien indes nur ein weiterer Bürger, um sich über die Arbeit der Dorfentwicklungsgruppe zu informieren.

Diese Gruppe hat bereits mehrere Planungen erarbeitet und teilweise vorgestellt, im Moment beschäftigt man sich vordringlich mit der Überplanung des bisherigen Spielplatzes im Zwischendeichgelände südlich vom alten Bahnhof. (Foto) Und das aus gutem Grund, wie Carina Janssen-Visser von der Abteilung Bauunterhaltung ausführte: Der Spielplatz sei stark in die Jahre gekommen, man rechnet bei den Holzgeräten mit einer Lebensdauer von 15 Jahre, inzwischen hat es glücklicherweise schon 17 Jahre gehalten. Janssen-Visser: „Wir bekommen vielleicht noch eine Betriebsgenehmigung für ein Jahr, dann muss eh was passieren.“

Achim Slagman erläuterte die Überlegungen der Gruppe: „Wir wollen nicht für 350.000 Euro neue Spielgeräte hinstellen und fertig. Aus dem Spielplatz soll ein Mehrgenrationenplatz werden.“ Er sprach unter anderem davon, dass viele Mitarbeiter in sehr beengen Verhältnissen untergebracht sind, daher soll die Neugestaltung quasi „eine Art Wohnzimmer draußen“ werden.

Till Moritz sprach davon, dass anderen Inseln inzwischen Juist abhängen, gerade was das Angebot für Jugendliche angehe, daher sehe er einen Platz für alle als den richtigen Weg an. Elina Extra wies darauf hin, den Platz auch pädagogisch sinnvoll zu planen.

Ratsmitglied Gerhard Jacobs (CDU) hatte in einem Brief darauf hingewiesen, die geplante Toilettenanlage nicht in die Mitte des Platzes zu planen, sondern am östlichen Rand, da sie sonst in die Deichschutzzone käme, was die Küstenschützer nicht so gerne haben und gerne verhindern würden. Das könne die Planungen dann unter Umständen verzögern. Zudem läge sie in der Nähe der Hafenstraße auch direkt am Kanalanschluss. Die Rückseite zur Straße hin könne man für Infos z.B. mit der Historie des alten Bahnhofes versehen.

Thomas Vodde von der Verwaltung informierte darüber, dass ein erstes Angebot Kosten von 1.029.410 Euro ergeben hätte. Es sei eine Förderung von 55 Prozent möglich, allerdings maximal 500.000 Euro. Für den Eigenanteil der Gemeinde seien bereits im Haushalt für dieses Jahr 200.000 Euro eingeplant. Auch die Juist-Stiftung habe Unterstützung zugesagt, allerdings will man erst einmal die Förderung abwarten, denn, so Vodde weiter „bei einer LEADER-Förderung werden Fördermittel nur unter Projekten der Mitglieder (Juist gehört zum Wattenmeer-Achter, dem die Inseln und die Stadt Norden angehören), bei der Förderung zur Dorfentwicklung hingegen in ganz Niedersachsen verteilt.“

Der Termin für die Sitzung der Gruppe kam indes nicht von ungefähr, denn Thomas Vodde führte dazu aus, dass der Antrag spätestens am Folgetag gestellt sein müsste. Er wollte diesen dann per Telefax an das ArL (Amt für regionale Landesentwicklung) senden, damit er noch rechtzeitig dort eingehe.

Auf Nachfrage führten Vodde und Janssen-Visser aus, dass die Arbeit der Gruppe vom Rat abgesegnet sei. Wenn es Fördermittel gibt, dann entscheidet am Ende natürlich der Rat, ob das Projekt tatsächlich in Angriff genommen wird. Zudem sei dann auch eine öffentliche Ausschreibung vonnöten. Aus diesem Grund seien die Planzeichnungen auch nicht bindend und „in Stein gemeißelt“. Auch werden die Bestandseinrichtungen nicht angetastet und bleiben so bestehen (Trampolin-Sprunganlage, Minigolf-Anlage und deer Boule-Platz der Juist-Stiftung).

Der Einwohner sprach sich dafür aus, bei solchen Dingen die Öffentlichkeit mit einzubinden, allerdings, so entgegnete Vodde, habe dieses stattgefunden. Die Sitzungen der Dorfentwicklungsgruppe seien öffentlich, jeder könne kommen und auch mitarbeiten. Durch die „Juister Inselpost“und auch JNN seien die Termine bekannt gemacht worden, allerdings hielt sich das Interesse der Öffentlichkeit in Grenzen.

TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN