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Rat und Verwaltung: Kommunalwahl: Alle Zahlen der Gemeinderatswahl
Die Gemeinderatswahl brachte einige Überraschungen mit sich und teilweise auch neue Ratsmitglieder, die man eigentlich gar nicht so auf dem Schirm hatte. Hier alle Zahlen, Infos sowie eine Wahlanalyse, alle Zahlen beruhen auf dem vorläufigen Endergebnis. Das endgültige Endergebnis wird am Dienstagnachmittag um 15:00 Uhr auf der letzten Sitzung vom Wahlvorstand festgestellt und dann offiziell verkündet.
Die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates finden Sie bereits unter dem Beitrag „Kommunalwahl – Aktuelle Infos vom Wahltag“
Wahlberechtigt waren 1.186 Personen
(Anmerkung der Redaktion: Nach der letzten Volkszählung durch das Nieders. Landesamt für Statistik gibt es indes nur insgesamt 1.101 Einwohner, was die Fehlerhaftigkeit dieser Umfrage erneut belegt)
Zur Wahl gingen 696 Einwohner, womit die Wahlbeteiligung bei 58,68 % lag.
Es gab 673 gültige Stimmzettel = 96,7 % und weitere 23 Stimmzettel = 3,3 % waren ungültig.
(Wir waren bei der Auszählung dabei, der häufigste Fehler dabei war, dass zwar drei Kandidaten angekreuzt wurden, aber bei jedem wurden drei Kreuze gemacht, also insgesamt neun.)
Gültige abgegebene Stimmen: 2.009
Die Sitzverteilung im neuen Gemeinderat:
CDU – 4 Sitze = 46,14 %
Grüne – 3 Sitze = 28,02 %
Pro Juist – 2 Sitze = 16,97 %
Einzelbewerber Westermann – 1 Sitz = 8,86 %
Hier die Stimmen und Prozente aller Kandidaten. Sie sind nicht in den Reihenfolgen auf dem Stimmzettel, sondern in den Reihenfolgen der erhaltenen Wählerstimmen aufgelistet. Daraus ergibt sich dann auch die Folge der Nachrücker, falls ein Ratsmitglied innerhalb der nächsten fünf Jahren aus irgendwelchen Gründen vorzeitig ausscheidet. Hier stehen jeweils an erster Stelle als Nachrücker: CDU Jörg Christian Schmidt, Grüne Karen Bauer, Pro Juist Angelika Sonntag. Müsste Björn Westermann ausscheiden, bliebe dieser Ratssitz den Rest der Zeit bis zur nächsten Wahl unbesetzt.
Vorname, Name, Stimmen Prozent
CDU
Parteistimmen 54 2,69 %
Jens Wellner 167 19,13 %
Gerhard Jacobs 148 16,95 %
Benjamin Daniel 125 14,32 %
Kaja Danzer 93 10,65 %
Jörg Christian Schmidt 81 9,28 %
Fabian Petrzak 65 7,45 %
Andreas Arneke 51 5,84 %
Jan-Georg Starp 50 5,73 %
Klaus Rippe 39 4,47 %
Piotr Pawel Komisarek 33 3,78 %
Björn Bolte 21 2,41 %
Gesamtstimmen und Prozente: 927 46,14 %
Bündnis 90/Die Grünen
Parteistimmen 47 2,34 %
Tjard Gillet 238 46,12 %
Maren Nehm 86 16,67 %
Markus Großewinkelmann 83 16,09 %
Karen Bauer 37 7,17 %
Leonie Braun 32 6,20 %
Simon Arne Lautenschläger 20 3,88 %
Till Mirco Moritz 15 2,91 %
Klaus-Dieter Schröder 5 0,97 %
Gesamtstimmen und Prozente 563 28,02 %
Wählergruppe Pro Juist
Stimmen Wählergruppe 32 1,59 %
Frank Endelmann 150 48,54 %
Meint Habbinga 73 23,62 %
Angelika Sonntag 42 13,59 %
Simon-Maria Heiken 23 7,44 %
Jan Grzebel 21 6,80 %
Gesamtstimmen und Prozente: 341 16,97
Einzelwahlvorschlag Westermann
Björn Westermann 178 8,85 %
Ach ja, und nicht zu vergessen, der Rat besteht aus elf Ratsmitglieder, der zukünftige Bürgermeister Stefan Görnert (CDU) ist natürlich ebenfalls stimmberechtigtes Ratsmitglied.
JNN-Wahlanalyse: Überraschend der Einzug von nun drei grünen Ratsmitgliedern, die von 28 Prozent der Bevölkerung – zumindest dem Teil, der zur Wahl ging – ihr Votum bekamen. Tjard Gillet überraschte hier, er erhielt von allen Juister Kandidaten mit 238 die meisten Stimmen. Auch Maria Nehm sorgte für eine Überraschung, da sie auf Juist bei einem Großteil der Bevölkerung wenig bekannt ist.
Ebenso lieferte Björn Westermann als Einzelkandidat mit 178 Stimmen, was 8,86 % der Wählerschaft ausmachte, ein beeindruckendes Ergebnis und konnte damit wieder in den Rat einziehen. Damit überrascht das schlechte Abschneiden der Wählergemeinschaft Pro Juist nicht, den Westermann hatte von dort viele seiner früheren Wähler mitgenommen. Mit Frank Endelmann und Meint Habbinga ziehen wieder zwei gestandene und langjährige Ratsmitglieder von Pro Juist in den Gemeinderat ein. Wobei es überraschte, dass Endelmann, der erst später von der CDU zu Pro Juist wechselte, mehr als die doppelte Stimmenzahl als Meint Habbinga, der seinerzeit zu den Mitbegründern der Freien Wähergemeinschaft gehörte, erhalten hat.
Wenig überraschend das gute Ergebnis der CDU, nicht nur, dass Juist eigentlich schon immer CDU-geprägt ist, was sich unter anderem in dem hervorragenden Ergebnis der CDU-Kandidatin Ulferts bei der Wahl zum Landrat zeigt, unter der Führung ihres neuen Vorsitzenden Michael Bockelmann wurde auch ein fairer und guter Wahlkampf mit zahlreichen Info-Veranstaltungen durchgeführt. Für Überraschungen sorgten hier Benjamin Daniel, der ebenfalls nicht bei großen Teilen der Bevölkerung bekannt ist und der zeigte, dass man auch auf dem letzten Listenplatz eine Chance hat. Dass Björn Bolte, der bisher im Rat tätig war, bei der Wahl den letzten Platz mit 21 Stimmen belegte, war indes auch überraschend. Pechvogel bei der Wahl ist Jörg Schmidt, der zwar mit 81 Stimmen mehr als Meint Habbinga von Pro Juist (73 Stimmen) verbuchen konnte, aber aufgrund der Sitzverteilung nicht in den Rat einziehen konnte.
Wir gratulieren allen frisch gewählten Ratsmitgliedern, danken den bisherigen und nun ausgeschiedenen Ratsherren und -frauen für ihre bisherige Arbeit, ebenso allen Personen, die sich bereit erklärt habe, für einen Sitz zu kandidieren. Als Inselpresse versprechen wir dem neuen Rat und Bürgermeister, dass wir auch weiterhin in den Einwohnerfragestunden nervige Fragen stellen und nachhaken werden.
Die Zusammensetzung des neuen Kreistages liegt uns noch nicht vor, d.h. wir wissen noch nicht, ob Juist mit Andreas Arneke (CDU) als einzigen Bewerber wieder einen eigenen Kreistagsabgeordneten hat. Wenn hier weitere Infos vorliegen, wird JNN darüber natürlich informieren.
TEXT: STEFAN ERDMANN
ZAHLEN: LANDKREIS AURICH, GEMEINDE JUIST
GRAFIK: LANDKREIS AURICH

