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"Crows in Line" hatten ihr Debüt beim Insulanertreffen

Eingereicht von JNN am 13. Mär 2012

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Die 63 Juister, die am diesjährigen Treffen "Insulaner unner sück" am vergangenen Wochenende auf Baltrum teilgenommen hatten, waren mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Neben den altbekannten Gruppen, der Volkstanz- und Trachtengruppe "Juister-Hupfdohlen", Shanty-Chor, Theatergruppe "Antjemöh", und dem Musikverein "Harmonia" war erstmalig die Linedance-Gruppe "Crows in Line" mit dabei. Sie hatten auf Baltrum gleichzeitig ihren ersten öffentlichen Auftritt.

Die Gründung der Juister Linedancer hatte indirekt auch mit Baltrum zu tun, denn beim Inseltreffen im Vorjahr traten nämlich deren Linedancer auf Juist auf. Hiervon waren etliche Juisterinnen so angetan, dass man selbst auch so ein Angebot ins Leben rufen wollte. Im vergangenen Herbst nahm die Sache dann konkrete Formen an, Leiterin wurde Gudrun Tiemann, die auch die Volkstanz- und Trachtengruppe führt. Neben einer Reihe von Tänzerinnen aus dieser Gruppe kamen auch neue Leute dazu. Das Projekt wurde als Untergruppe im Heimatverein gestartet "Dem Heimatverein bescherte dieses alleine sieben neue Mitglieder", so Tiemann auf der letzten Hauptversammlung, denn alleine aus versicherungsrechtlichen Gründen ist eine Mitgliedschaft dort erforderlich. Neben 14 Frauen fand sich mit Uwe Bösewetter auch ein Mann, dem der Linedance zusagte. So wurde im Winter eifrig geprobt, immer eine Stunde vor Beginn der Proben von der Trachtengruppe, damit nicht noch ein zusätzlicher Abend mit Vereinsverpflichtungen entstand. Auch gab es ein intensives Übungswochenende an der Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann am Flugplatz; hier wurden gleichzeitig die Kostüme genäht.

Am vergangenen Samstag war es dann im "Haus der Insel" auf Baltrum soweit, dass "Crows in Line" zum ersten Mal ihre Tänze aufführte, etwas später gab es an diesem Abend noch einen weiteren Auftritt im Strandhotel "Wietjes". Hier zeigte sich die Gruppe dann noch besser als beim Debüt, denn die Anfangsnervosität war jetzt überwunden, zudem war der Fußboden hier besser für Tänze geeignet. Bei beiden Veranstaltungen erhielten die Tänzerinnen und der Tänzer viel Beifall. Udo Bengen, der durch das Programm führte, meinte hierzu: "Es ist immer wieder schön, wenn neben altbewährten Gruppen auch mal etwas neues dazu kommt."

Doch auch der Shanty-Chor und die Volkstanz- und Trachtengruppe "Juister Hupfdohlen" kamen auf Baltrum gut an. Für zwei Sketsche sorgte die Theatergruppe "Antjemöh", hier spielten Heike Habbinga, Friedrich Fäsing, Elisabeth Tobaben, Helga Nanninga, Birgit Bürmann und Martina Becker. Durch das Juister Programm führte Karin Noormann. Die Verbundenheit der Inseln Borkum und Juist zeigte sich dann beim Auftritt des Musikvereines "Harmonia". Gemeinsam trat man wieder mit dem Musikzug der Feuerwehr Borkum aus; da deren musikalischer Leiter fehlte, übernahm Harmonia-Chef Michael Bockelmann auf Baltrum beide Gruppen. Und da bei beiden Gruppen an diesem Wochenende zudem kein Schlagzeuger dabei war, sprang der Schlagzeuger vom Spiekerooger Musikverein mit ein. Diese Formation bot dann ebenfalls einen gelungenen Beitrag im gesamten Veranstaltungsprogramm des Wochenendes. Zum Schluss sangen alle Juister Teilnehmergruppen ein gemeinsames Lied.

Die Teilnehmer waren schon hochzufrieden mit die Tatsache, dass man nicht über Norddeich und Nessmersiel anreisen musste, sondern die Möglichkeit hatte, mit der "Frisia X" von Juist über Norderney direkt nach Baltrum fahren zu könne. Natürlich wurde das Schiff noch vor der Ankunft auf Norderney, wo die Teilnehmer unserer Nachbarinsel zusteigen sollten, mit zusätzlichen großen Juister Flaggen aufgemotzt; der Norderneyer Kapitän Jonny Hillebrandt und seine Crew nahmen die Sache mit Humor.

Am Hafen von Baltrum bot sich ein buntes Bild, alle Schüler standen dort mit kleinen Flaggen der sieben Inseln, fast zeitgleich kamen die Vertreter der Inseln dort an. Bürgermeisterin Anje Wietjes-Paulick begrüßte jeden Teilnehmer per Handschlag und musste somit rund 500 Hände schütteln. Die Spiekerooger und Wangerooger kamen über Land und dann mit der regulären Baltrum-Fähre, die Langeooger hatten die kürzeste Anreise. Sie wurden mit ihrer "Langeoog I" zur Nachbarinsel gebracht. Die Borkumer kamen mit der "Wappen von Borkum" und hatten den längsten Anreiseweg. Da die Wattfahrwasser teilweise noch nicht nach dem Eis neu ausgezeichnet sind, konnte man nicht über das Borkumer Watt, sondern musste fast bis zum niederländischen Eemshaven, in Richtung Greetsiel und dann die Osterems wieder hoch bis zur Südspitze von Memmert. So blieb das Borkumer Schiff auch bis Sonntag im Baltrumer Hafen liegen, die Besatzung und AG-Ems-Chef Dr. Bernhard Brons traten sogar mit einer speziellen Version des Liedes "Eine Insel mit zwei Bergen" auf. Mit 123 Personen stellte Borkum zudem die größte Abordnung.

Da keine ausreichend große Halle für eine gemeinsame Veranstaltung auf Baltrum zur Verfügung steht, fanden die diversen Auftritte in den Gaststätten und Hotels der Insel statt. Dieses überwiegend zeitgleich, so dass man alle Auftritte nicht sehen konnte. Zu einem gewissen Dreh- und Angelpunkt entwickelte sich natürlich wieder das mitten in der "City" gelegene "Sturmeck". Die Juister hatten hier viel Freude am Auftritt der Borkumer Frauenformation "Babbelgütjes", und natürlich an der Norderneyer-Juister Musikgruppe "Les Ossis". Überhaupt war dessen Mitglied André Ebbighausen wieder sehr aktiv, sein Schifferklavier kam kaum zur Ruhe. Ob beim Shanty-Chor oder den "Les Ossis", als Unterstützung von Inka Extra beim Auftritt der Trachtengruppe oder bei den singenden Bürgermeistern, überall war er zu finden.

Da Dietmar Patron an diesem Wochenende auf der Tourismusbörse in Berlin einen Termin hatte, hatte er beim Bürgermeistersingen einen würdigen Vertreter. Jan Doyen-Waldecker als stellvertretender Bürgermeister machte als langjähriger Solosänger im Shanty-Chor hier natürlich eine gute Figur. Nach der Flaggenübergabe an die Insel Norderney erklärten diese sich bereit, das Treffen im kommenden Jahr am Wochenende 1. bis 3. März 2013 dort auszurichten. Der offizielle Teil endete mit dem gemeinsamen Singen aller Anwesenden von "Die Sieben zum Verlieben", anschließend wurden noch viele Stunden in den diversen Lokalen zusammen gesessen und gefeiert.

Das Tagesprogramm war bunt gemischt und bot für jeden etwas. Schon morgens gab es ein gemeinsames Frühstück der Inselpressevertreter im Hause von Sabine Hinrichs, die für den redaktionellen Teil der Baltrumer "Inselgocke" zuständig ist. Bei diesem Erfahrungsaustausch werden immer die insularen Pressesituationen erörtert. Von Juist aus war Stefan Erdmann dabei. Juist ist übrigens die einzige Insel, die keine gedruckte Inselzeitung hat. Den Grund hierfür sieht Erdmann darin, dass der Markt für Anzeigen auf Juist durch den Veranstaltungskalender "Strandlooper" ausgeschöpft ist und keinen Raum mehr für andere Aktivitäten lässt. Auch die Gemeindebrandmeister der Inseln trafen sich erstmalig und erörterten die insularen Probleme der Feuerwehr, die sich allesamt sehr ähneln. (Hierüber werden wir noch getrennt berichten.)

Beim Zielwerfen im Bosseln konnten die Juister nur einen letzten Platz belegen, der Wanderpokal ging hier an Spiekeroog. Viel Anklang fand eine gemeinsames Konzert der Gospelchöre Langeoog und Wangerooge, Vivawooge und der KinderOceamBrass in der Kirche, ebenso ein Auftritt der Theatergruppe vom Kultur- und Sportverein, der die Farce "Außer Kontrolle" von Ray Cooney aufführte. Sehr viele Zuschauer fanden sich hierzu ein, bevor es dann ein Mittagessen bei der Freiwilligen Feuerwehr gab. Außerdem waren Museum und Hallenbad für die Insulaner geöffnet. Den Abschluss bildeten am Sonntagmorgen ein plattdeutscher Gottesdienst und ein Frühschoppen in der Halle der Baltrum-Linie mit den Eiländern und dem Baltrumer Shanty-Chor.

Dann kam auch schon die "Frisia X" für die Rückreise. Die Besatzung hatte jetzt eine Norderneyer Flagge in den Mast gezogen, die mindestens fünfmal so groß war wie die Juister. Als Kapitän fungierte nun Frisia II-Kapitän Frank Bohlen. Allerdings konnte er die Sache mit der Norderneyflagge nicht mehr verhindern, da der Rest der Besatzung ihn überstimmt hatte. Dafür konnte er aber kurz vor Juist die erlösende Mitteilung machen, dass man nicht durstig nach Hause müsse, denn - obwohl früher Nachmittag - habe "Börnie" geöffnet. Ende gut - alles gut.

Unsere Fotos zeigen die Aufrüstung der "Frisia X" mit zusätzlichen Juister Flaggen, die Begrüßung der Norderneyer, wo der Musikverein "Harmonia" zum ersten Mal seine Instrumente rausholte. Weiter die Schüler am Baltrumer Hafen, die ein Begrüßungskomitee darstellten, die Juister Linedancer, den Sketsch mit Heike Habbinga und Friedrich Fäsing, die Juister Gruppen beim gemeinsamen Singen. Der Gründer des Insulanertreffens, Hans Heyken, erhielt ein Geschenk von Bürgermeisterin Anje Wietjes-Paulick und Detlef Szeklinski, Vorsitzender vom Kultur- und Sportverein Borkum, das Singen der Bürgermeister, die Mitglieder vom Heimatverein Norderney, die die Flagge für das nächste Insulanertreffen übernommen haben, und Menno von den "Les Ossis" gab wieder alles.
JNN-Fotos: Stefan Erdmann

 

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