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Superstimmung beim Hannes-Flesner-Nachmittag der Juist-Stiftung

Eingereicht von S.Erdmann am 26. Feb 2016

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Eine besondere Veranstaltung in der ruhigen Zeit außerhalb der Saison bot kürzlich die Juist-Stiftung. Sie präsentierte im großen Saal vom Hotel „Friesenhof“ einen Nachmittag/Vorabend, an dem sich alles um den Ostfriesischen Sänger Hannes Flesner drehte. Albertus Akkermann und Gerd Brandt unterhielten die vielen Gäste mit den klassischen Chansons von Hannes Flesner, die durch Hintergrundinformationen und vorgelesenen Döntjens durch Werner Jürgens effektvoll untermalt wurden.

Bevor es musikalisch los ging, begrüßte Inka Extra, die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, die zahlreich erschienenen Insulaner und Gäste. Sie sprach einen besonderen Dank an Dieter Brübach aus, der als Mitglied des Stiftungsvorstandes diese Veranstaltung nach Juist geholt und organisiert hatte. Extra bedauerte, der er krankheitsbedingt selbst nicht dabei sein konnte. Ein weiterer Dank ging an die Reederei Norden-Frisia, die nicht nur die drei Künstler, sondern auch einen Anhänger mit der Technik zur Insel brachte, ebenso an die Hotels „Achterdiek“, „Pabst“ und „Friesenhof“, die Unterkünfte, Verpflegung und den Saal für die Auftretenden stellten.

Wie in einer Radiosendung hatte Gerd „Balu“ Brandt die Show gestaltet, so wechselte sich Musik mit Gesprächen ab, wo Brandt viele Infos und Döntjes beim Flesner-Kenner Werner Jürgens erfragte. So wurde auch schnell deutlich, dass Flesner nicht nur plattdeutsche Lieder oder Witze in seinem Repertoire hatte, sondern auch vor gesellschafts- und sozialkritischen Themen nicht Halt machte.

Dritter im Bunde war Albertus Akkermann, der in bewährter Weise auf dem Schifferklavier für die Musik sorgte. Der Borkumer hatte auf seiner Nachbarinsel quasi ein Heimspiel, denn es gibt wohl kaum einen Juister, der „Albertus Juist“ nicht kennt. Die Wortbeiträge überließ er weitestgehend Brandt und Jürgens, doch immer wieder kam auch er aus der Versenkung. So konnte er sich vor dem „Bottermelk Tango“, den man bekanntlich von „Bunderee bit Nörderney“ kennt, die Bemerkung „Nu sitt man as Börkumer hier up Juist un mutt Nörderney sehn.“ Ebenso sprach er bei „Lola von Emden“ von den Schicksalsjahren eines Insulaners: „Das House of Lords und die Rolltreppe bei Hertie gehörten dazu.“

Hannes Flesner wurde 1928 in der Nähe von Aurich geboren und begann zunächst 1949 eine journalistische Ausbildung beim „Ostfriesischen Kurier“. Später bekam er eine eigene Jazz-Kolumne in Hamburg und schrieb für unterschiedliche Schlagerstars regelmäßig Texte. Dann machte er sich selbstständig. Er trat nicht nur zu diversen Fernsehveranstaltungen auf, sondern bekam auch seine eigene Rundfunksendung. Werner Jürgens, der ein Buch über Hannes Flesner geschrieben hat, konnte viele Dinge aus dem Leben des bekannten Ostfriesen erzählen. So berichtete er von einer Begegnung Flesners mit einem jungen Mädchen namens Doris, das mehr über seine Musik wissen wollte. Später wurde das Mädchen unter dem Namen Alexandra eine bekannte Schlager- und Chansonsängerin, die ebenfalls viel zu früh starb.

Genau wie Hannes Flesner. Gerd Brandt sah es so: „Ich bin jetzt schon zehn Jahre älter, als Flesner geworden ist. Wenn ich zurückdenke, was ich in den letzten zehn Jahren an Liedern, Veranstaltungen und Theaterstücken gemacht habe, dann wird mir klar, wie viel Hannes nicht mehr machen konnte und was uns entgangen ist.“ Flesner verstarb 1984 im Alter von 55 Jahren.

Auf Juist war das Programmende natürlich etwas anders, denn es konnte nicht angehen, dass Akkermann auf Juist spielte, ohne sein Lied „Töwerland Töwerland“ vorzutragen. Die gute Stimmung steigerte sich noch, nachdem er als Zugabe ein instrumentales Stück „Windstärken“ spielte, als Kontrast dann als zweite Zugabe das besinnliche „Water so wiet“. Das Publikum war von dem Trio Akkermann, Brandt und Jürgens restlos begeistert. Die Stiftung selbst sieht sich in ihrem Stiftungsgedanken um Kultur, Kunst und Denkmalpflege auf der Insel, und in dem Fall der Region, nur bestärkt.

JNN-FOTOS: STEFAN ERDMANN (6), FRANZ TIEMANN (3)

 

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