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News: Ein letzter gemeinsamer Prüfungstag für die Pferdeinsel Juist
Kürzlich haben Dr. Ibeling Ringena und Dr. med. vet. Karsten Zech in dieser Kombination zum letzten Mal die Juister Kutschen- und Gespannprüfungen begleitet und abgenommen, denn Dr. Ringena geht in den verdienten Ruhestand. Damit endet ein gemeinsames Kapitel, das für die Pferdeinsel Juist weit mehr bedeutet als regelmäßige Kontrollen: Über viele Jahre haben beide dazu beigetragen, die Qualität der Pferdehaltung, der Kutschen, der Geschirre und vor allem auch die fachliche Qualität der Kutscher deutlich anzuheben.
Eine Insel, die bis heute auf Pferdestärken setzt. Juist ist autofrei – und vieles, was anderswo selbstverständlich mit Lieferwagen, Kleintransportern oder Bussen erledigt wird, geschieht hier mit Pferd und Wagen. Gäste und Gepäck werden befördert, Waren und Materialien transportiert, Versorgungsfahrten übernommen. Pferdefuhrwerke prägen deshalb nicht nur das Bild der Insel; sie sind ein funktionierender Bestandteil des Alltags. Die Pferde sind Verkehrsmittel, Arbeitsgefährten und zugleich ein wichtiger Teil der Identität Juists.
Gerade deshalb müssen die Standards hoch sein. Bei den Juister Kutschenprüfungen wird nicht nur auf den Wagen geschaut. Geprüft wird das ganze System aus Pferd, Geschirr, Kutsche und Fahrer. Der Gesundheits- und Trainingszustand der Pferde spielt ebenso eine Rolle wie die Passform der Geschirre, die technische Sicherheit der Fuhrwerke und die Frage, ob der Fahrer sein Gespann auch in schwierigen Situationen sicher, ruhig und vorausschauend führen kann.
Die Prüfungen haben sichtbar etwas verändert. Seit die Kontrollen konsequent durchgeführt und weiterentwickelt werden, hat sich die Qualität des Juister Kutschenwesens erheblich verbessert. Pferde werden bewusster eingesetzt, Geschirre besser angepasst, Wagen sorgfältiger gewartet und Fahrer fachlich stärker geschult. Frühere Juister Kontrollen dokumentieren ausdrücklich eine deutliche Qualitätssteigerung gegenüber den Vorjahren. Dieser Fortschritt ist kein Zufall, sondern Ergebnis kontinuierlicher Facharbeit – und eng mit den Namen Ringena und Zech verbunden.
Dr. Ibeling Ringena steht dabei für die amtstierärztliche und tierschutzrechtliche Perspektive. Als Tierarzt des Landkreises Aurich hat er über viele Jahre darauf geachtet, dass Pferde gesund, geeignet und tierschutzgerecht eingesetzt werden und dass die Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen gewerblichen Fahrbetrieb erfüllt sind. Sein Blick galt nicht nur einzelnen Mängeln, sondern immer dem Gesamtsystem und dessen dauerhafter Verbesserung.
Dr. Karsten Zech verbindet Tiermedizin und Fahrpraxis in besonderer Weise. Er ist seit Jahrzehnten im Pferdegesundheitsdienst tätig, verfügt über große Erfahrung in Pferdehaltung und Tierschutz und war selbst erfolgreicher Vierspännerfahrer. Darüber hinaus wirkte er maßgeblich an den Lehrinhalten des Kutschenführerscheins B – Gewerbe mit. Seine Expertise reicht damit von der Gesundheit des Pferdes bis hin zur sicheren Führung eines Gespanns im Straßenverkehr.
Ein wichtiger Meilenstein war die Kutschenführerschein-B-Prüfung auf Juist im März 2020. Dabei mussten die Teilnehmer nicht nur fahren können. Gefragt waren auch Kenntnisse in Tierschutz, Fahrgast- und Verkehrssicherheit, Ladungssicherung, Technik, Anspannen und Verhalten in besonderen Situationen. Dr. Zech gehörte zur Prüfungskommission, Dr. Ringena war als Vertreter des Veterinäramtes eingebunden. Diese Prüfung steht beispielhaft für den Anspruch, der sich auf Juist über Jahre entwickelt hat: Wer gewerblich mit Pferden fährt, trägt Verantwortung für Tier, Fahrgast und Verkehrssicherheit zugleich.
Der eigentliche Verdienst beider liegt in der langfristigen Entwicklung. Ringena und Zech haben nicht nur kontrolliert, sondern Standards geprägt. Sie haben Anforderungen erklärt, Verbesserung eingefordert und damit ein Qualitätsbewusstsein geschaffen, das heute zum Juister Kutschenwesen gehört. Dass die Gespanne, die technischen Zustände und die Qualifikation der Kutscher heute auf einem deutlich höheren Niveau liegen als noch vor Jahren, ist auch ihr Verdienst.
Für Juist ist das von besonderem Wert. Denn die Pferde stehen hier für weit mehr als Tradition oder touristische Romantik. Sie ermöglichen einen Teil der täglichen Mobilität und Versorgung und machen zugleich einen unverwechselbaren Teil des Inselerlebnisses aus. Wer Juist erlebt, hört das Klappern der Hufe, sieht Kutschen im Ortsbild und begegnet einer Form von Mobilität, die andernorts fast verschwunden ist. Damit dieses besondere System Zukunft hat, braucht es Tierwohl, Professionalität und Sicherheit.
Mit der letzten gemeinsamen Prüfungstag endet deshalb eine Ära – nicht aber die Wirkung ihrer Arbeit. Die Standards, die Dr. Ibeling Ringena und Dr. Karsten Zech über viele Jahre mitentwickelt und eingefordert haben, bleiben. Sie haben dazu beigetragen, dass Juist seine Rolle als Pferdeinsel nicht nur bewahren, sondern verantwortungsvoll weiterentwickeln konnte. Davon profitieren die Pferde, die Kutscher, die Betriebe, die Gäste und letztlich die ganze Insel. Juist bleibt Pferdeinsel – und die Qualitätsmaßstäbe, die beide über Jahre gesetzt haben, bleiben Teil dieser Geschichte.
TEXT: GEMEINDE- UND KURVERWALTUNG JUIST
FOTO: IBELING RINGENA

