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Borkum/kp - "Kohlekraftwerke sollte es am Rande des Naturschutzgebietes Wattenmeer nicht geben. Wir werden alles möglich machen, um den Bau zu verhindern", mit diesen Worten erntete Hermann Verheij von der niederländischen Wattenvereinigung viel Zustimmung und Applaus von dem Publikum der Informationsveranstaltung "Kohlekraftwerke und Industrialisierung im Eemshaven". Die unabhängige Gruppe "Besorgte Borkumer Bürger" hatte am vergangenen Mittwochabend eingeladen und zahlreiche Insulaner waren dieser Einladung gefolgt. Ebel Pol von der Provinz Groningen machte mit seinem Vortrag den Anfang in einer Reihe von Stimmen und Präsentationen rund um das Großprojekt Eemshaven. Eemshaven boome nicht ohne Grund, so Pol. "Es gibt eine offene Verbindung zu den Weltmeeren, viel Entwicklungspotential und große Schiffe können festmachen." Pol präsentierte eine Karte mit künftigen Standorten der geplanten Werke von RWE, NUON, Advanced Power und LNG sowie skizzierte die weiteren baulichen Veränderungen in dem Hafen. So seien wohl 46 Erdöltanks, als Rohöl- und Kraftstofflager, geplant, zudem wird der Windpark an der Westerems ausgebaut. "Dort werden in Kürze 7.500 Megawatt Energie erzeugt - damit können mehr als die Hälfte der Niederlande versorgt werden". Außerdem gab Ebel Pol bekannt, dass eine Vertiefung des Hafens und Verbreiterungen der Fahr- und Hafenrinne beschlossen seien. An vielen Entwicklungen im Eemshaven ist Deutschland, "in intensiver Zusammenarbeit" beteiligt, schloss der Vertreter der Provinz Groningen. Gerlof Hotsma von Groningen Seaports, Betreiber der Häfen in Eemshaven und Delfzijl, eröffnete seine Bildpräsentation mit den Worten, dass "wir in verantwortlicher und dauerhafter Weise die wirtschaftlichen Aktivitäten entwickeln wollen". Insgesamt gebe es in beiden Häfen 2600 Hektar Hafen- und Industriegelände; nach Auskunft Hotsmas sind davon noch 700 Hektar frei. 370 sind bereits vergeben, bleiben noch 330 Hektar die für weitere Neuansiedlungen zur Verfügung stehen. Als "aussichtsreiche Sektoren", also Wirtschaftszweige die in Delfzijl und Eemshaven bereits vertreten sind, benannte er Energie, Recycling, Agribusiness, Chemie und Logistik. Hotsma zeigte dem interessierten Publikum zudem, wie sich der Eemshaven, durch Baumaßnahmen und Ansiedlung neuer Unternehmen in Zukunft verändern werde - übrigens "unter Beachtung von Natur und Umwelt". Diese liegt der niederländischen Wattenvereinigung besonders am Herzen. Seit über 40 Jahren setzt sie sich dafür ein "die Natur zu schützen, aber immer mit einem offenen Ohr für Wirtschaft und Tourismus", so Hermann Verheij. Etwas wehmütig formulierte er zu Beginn: "Wie schön war das Wattenmeer...?" Jetzt müsse man sich aktiv dagegen auflehnen, Kohlekraftwerke entstehen zu lassen. Gegen verschiedene Genehmigungspunkte der Kraftwerke von RWE und NUON hat die Wattenvereinigung neben anderen Einspruch eingelegt: im Punkt Umweltschutz, beim Naturschutz und gegen "Aktuelle Neubauten". "Hier haben wir gegen RWE Einspruch eingelegt, die wollen ein Kühlwasserwerk ins Wattenmeer bauen", berichtete Verheij. Auch sprach er die Aktionswoche "Rettet die Ems" und die Fahrrinnenvertiefung an. "Hier sollte sich auch Borkum einsetzen", so der Vertreter der Wattenvereinigung. Denn dieses Gebiet sollte auch für die ostfriesische Nordseeinsel erhalten bleiben. Horst Bötcher, Moderator des Abends, dankte Verheij für diesen Hinweis: "Es ist schön, wenn uns andere noch einmal sagen, wie wichtig auch die Ems für uns ist." |