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Sehr aktiv ist wieder die Theatergruppe "Antjemöh" vom Juister Heimatverein. Auch in diesem Jahr will man wieder ein plattdeutsches Stück auf die Bühne bringen. Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren, denn am 22. März ist Premiere für das neue Stück. Gespielt wird diesmal "Een Froo mutt her" von Eva Hatzelmann.

Die Autorin schreib das Stück allerdings in bayerisch unter dem Titel "Jedem die Seine"; es wurde von Helma Klüver ins plattdeutsche übersetzt. Sechs Spieler werden in dieser Saison dabei sein, die alle bereits auf der Bühne gestanden haben. Steffi Loock, Elisabeth Tobaben und Petra Renken werden die weiblichen Rollen spielen, ihre drei männlichen Gegenspieler sind Gerold Lahmeyer, Thomas Koch und Andreas Arneke. Die Regie führt zum ersten Mal Uda Haars und die dienstälteste Spielerin der Gruppe, Karin Noormann, wird als Souffleuse in den Kasten gehen.

Auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereines bedauerte es Andreas Arneke, der die Theatergruppe nunmehr zusammen mit Petra Renken leitet, das man sich durch den Verkauf des alten Rettungsschuppens im Vorjahr gezwungen sah, den umfangreichen Möbelfundus auszulösen. Dieser befand sich bis dahin auf dem Boden des Gebäudes, welches jetzt als Pferdekutschenmuseum genutzt wird. "Jetzt fehlen uns die Möbelteile, die wir früher dort hatten", so Arneke. Für das neue Stück wird noch ein Büffetschrank benötigt. Da es auf einem älteren Bauernhof spielt, kann dieses Teil ruhig etwas abgenutzt aussehen. Außerdem sucht man noch alte Wäschekörbe aus Korb oder Rattan und sehr altmodische Herrenunterwäsche, Wollsocken usw.  Wer mit diesen Dingen helfen kann, wende sich bitte an Andreas Arneke oder jedes andere Mitglied in der Gruppe.

Die Freunde des plattdeutschen Theaters auf Juist sollten sich nicht nur den 22. März als Juister Premierentermin vormerken, sondern auch den 27. März. Da nämlich wird zum ersten Mal das Niederdeutsche Theater Aurich auf Juist spielen. Ihre Komödie "Föhlst Du de Regen" von Frank Pinkus wird zuvor natürlich in Aurich gespielt, ansonsten wird es zum ersten Mal in dieser Form präsentiert, denn Aurichs Bühnenleiterin Herma Cornelia Janssen hat davon erst mal eine plattdeutsche Übersetzung schreiben müssen. In der Hauptrolle wird die ehemalige Juisterin Karina Noormann zu sehen sein. Sie hat bei "Antjemöh" in vielen Stücken mitgewirkt, bevor sie vor einigen Jahren nach Aurich zog und seitdem beim Niederdeutschen Theater aktiv ist. Bereits im Vorjahr waren die Auricher auf Juist, um sich die Örtlichkeiten für die Bühne anzusehen. Dabei waren sie auch bei einer Aufführung des Stückes "Radio Atlantis" dabei.

Arneke ging bei seinen Ausführungen auch noch mal auf das abgelaufene Jahr ein. So konnte das Stück "Radio Atlantis" von Stefan Erdmann insgesamt neunmal gespielt werden und es war das am besten besuchte Stück der letzten Jahre. Er dankte besonders seiner Vorgängerin Ruth Mundt, die sehr viel Arbeit beim Aufbau des Bühnenbildes geleistet hatte. Auch dankte er noch mal Iris Heiken, die in den späteren Aufführungen noch mitwirkte, ebenso Silvia Meyer aus Hopsten, die durch ihren Spontaneinsatz eine Aufführung rettete. Neben den Bühnenneulingen Elisabeth Tobaben und Petra Renken habe die Gruppe auch mit Herbert Wilken als Licht- und Tontechniker einen guten Griff getan, der mit seinen Ideen das letzte Stück sehr belebte. Außerdem fanden im Vorjahr auch eine gemeinsame Fahrt nach Bremen, ein gemeinsames Grillen mit der Bühnengang und die regelmäßigen Theaterstammtische statt.

Neben "Radio Atlantis" auf Juist und im münsterländischen Hopsten wurde im Vorjahr auch der Einakter "Qutscoring" von Stefan Erdmann mehrmals in Südniedersachsen gespielt. Außerdem erschienen von ihm zwei Sketsche, wovon "Richters Stammkunde" schon lange vor der Drucklegung anlässlich des "Juister Krimifestivals 2008" von Gerold Lahmeyer gemeinsam mit dem Autoren gespielt wurde. Erdmanns zweites abendfüllendes Stück, ein Dreiakter mit dem Titel "De Swegersöhn van Wuppertal", befindet sich zurzeit beim Ostfriesischen Theaterverlag in Westoverledingen im Druck, wobei es auch hier wieder eine plattdeutsche und eine hochdeutsche Version geben wird.

Unser Foto entstand beim letzten Probenabend zum neuen Stück. Hinten (v.l.n.r.) Karin Noormann, Bühnenhelferin Dagmar Kiesewetter, Petra Renken, Elisabeth Tobaben, vorne Andreas Arneke, Gerold Lahmeyer und Thomas Koch. An diesem Abend fehlten Regisseurin Uda Haars und die sechste Spielerin Steffi Loock.
JNN-Foto: S. Erdmann