| Aussichtspunkte an der Strandpromenade zum Saisonbeginn fertig |
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Der Bauausschuss gab am Montagabend einstimmig grünes Licht für den Bau von drei Aussichtspunkten auf der Strandpromenade. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 334.670 € brutto; die Arbeiten sollen zum Saisonbeginn Ende Mai abgeschlossen sein. Als letzte Hürde muss der Gemeinderat noch über das Bauvorhaben beschließen.
Nur rund dreißig Minuten dauerte die Ausschusssitzung im Dorfgemeinschaftshaus, zu der sich - obwohl das Thema Aussichtsplattformen intensiv auf der Insel diskutiert wird - nur wenig Zuhörer eingefunden hatten. Zumal Prof. Dr.-Ing. Volker Droste vom Planungsbüro Droste, Droste & Urban aus Oldenburg auf die Insel gekommen war, um erstmalig die genauen Planungen und Details in einer Präsentation vorzustellen.
Der Architekt zeigte drei in der Form völlig unterschiedliche Entwürfe, die in den verschiedenen Standorten begründet liegen. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie aus Lärchenholz erbaut werden und jeweils zwei Zugänge besitzen. Ein Aufgang besteht jeweils aus einer Treppe, der andere aus einer langen Rampe. Diese werden zum Teil eine Länge von bis zu 40 Metern und eine Steigung von sechs Prozent erhalten. Auf Nachfrage führte Droste aus, dass im niedersächsischen Baurecht Steigungen bis sieben Prozent genehmigt werden, aber sie sollten aus Sicht von behinderten Menschen nicht mehr als sechs Prozent betragen. Die östliche und westliche Plattform hätten rechnerisch Steigungen von 6,3 bzw. 6,4 Prozent, die Differenz auf sechs Prozent ließe sich aber "vor Ort ausgleichen". Der Platz zwischen den Handläufen sei bei beiden Zugängen mit 1,36 Metern ebenfalls ausreichend bemessen.
Die eigentlichen Plattformen hätten eine Grundfläche von rund 40 Quadratmetern. Hier habe er bewusst noch keine Sitzflächen eingeplant, da in dieser Frage der Meinungsprozess auf Juist noch nicht abgeschlossen sei. Zwar wünsche man sich Sitzbänke, jedoch würden Rückenlehnen immer die Blickrichtung vorgeben. Der Architekt schlug vor, auch Sitzflächen ohne Lehnen einzuplanen.
Die drei beschlossenen Standorte (östlich vom Aufgang Inselschule, westlich vom Hauptaufgang Strandstraße und westlich vom Aufgang Karl-Wagner-Straße) wurde vorher genau vermessen, wie Droste anhand von Fotos verdeutlichte. Unter anderem wurden Haushaltsleitern an diesen Stellen aufgestellt, um zu sehen, welches Blickfeld man bei den geplanten Höhen der Plattformen hat. Als Baustoff waren heimische Hölzer vorgegeben, wobei man sich für Lärchenholz entschieden hat. Diese stamme aus kälteren Regionen (Nordeuropa oder Russland), wo es durch ein langsameres Wachstum eine hohe Festigkeit und Beständigkeit entwickelt. Die Untergestelle (Gründungen) werden aus Metall gebaut.
Aus diesem Grund musste auch die Auftragsvergabe in getrennten Ausschreibungen erfolgen, so Jens Wilde vom Bauamt der Gemeinde. So gab es vier Angebote bei den Gründungsarbeiten, keine Firma war zugleich auch auf den Holzbau spezialisiert. Der Ausschuss stimmte dafür, die Gründungsarbeiten mit einem Auftragsvolumen von 126.904 € brutto an eine Fachfirma aus Rastede zu vergeben. Die Holzbauarbeiten bekam eine Firma aus Fresenborg. Hier beträgt die Auftragssumme 207.766 €.
Zur Finanzierung führte Bürgermeister Dietmar Patron aus, dass hierfür 100.000 € Förderungsmittel aus dem Regionalmanagement Tourismus zu erwarten sind, ebenso wurden Rücklagen in derselben Höhe gebildet. Die restlichen 134.000 € müsse die Inselgemeinde selbst aufbringen.
Der Ausschuss nahm den Jahresabschluss für den Eigenbetrieb Wirtschaftsbetriebe für das Wirtschaftsjahr 2008 zur Kenntnis. Dieser schließt mit einem Plus von 33.376 € ab, der Betrag soll der Erneuerungsrücklage zugeführt werden. Wie Kämmerin Anke Rönneper dazu ausführte, teilt sich der Eigenbetrieb in das Wasserwerk und die Hafen- und Hallenwirtschaft. Beim Wasserwerk wurde trotz einiger Investitionen und gesunkenem Wasserverbrauch ein Plus von 3.931 € erzielt. Besonders erfreulich zeigte sich der Bereich Hafen mit einem Gewinn von 29.445 €, denn das Vorjahr 2007 schloss noch mit einem großen Verlust ab. Als Gründe hierfür nannte Rönneper, dass in 2007 umfangreiche Pflasterungen anfielen, zudem konnten 2008 die Baggerkosten gesenkt werden, da während der Baumaßnahme Seebrücke/Bootshafen ohnehin Baggerarbeiten durchgeführt wurden.
Unser Foto zeigt Prof. Dr.-Ing. Volker Droste aus Oldenburg bei der Präsentation der Pläne für die drei Aussichtsplattformen. JNN-Foto: S. Erdmann
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geschrieben von: S.Erdmann am 27. Januar 2010 1152 Aufrufe |
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