| Heimatverein will mit Untergruppe dem Küstenmuseum helfen |
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Der Heimatverein Juist will eine weitere Untergruppe gründen, die sich "Förderverein Küstenmuseum" nennt. Die Gruppe soll sich um die Belange des Museums kümmern, welches große bauliche Probleme hat. Der Beschluss zur Gruppengründung erfolgte kürzlich auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereines im Hotel "Friesenhof".
Mit der Gründung der Untergruppe will man vermeiden, einen weiteren eigenständigen Verein mit Vorstand, Satzung usw. gründen zu müssen. Das Küstenmuseum muss normalerweise schon lange einer Grundsanierung unterzogen werden, jedoch lasse die Haushaltslage der Gemeinde dieses nicht zu. Es ist zwar einmalig an der Küste, aber ohne überregionale Bedeutung, deshalb sind keine Fördermittel zu erwarten.
Wie Vorsitzender Thomas Koch ausführte, befindet sich besonders der Westflügel in einem schlimmen Zustand, teilweise würde Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen. Zudem gibt es hier noch einen Lagerraum, denn man gerne zu einem Seminarraum umbauen möchte. Nach so einem Raum werde insbesondere von Lehrkräften für den Besuch von Schulklassen gefragt. Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Rinderhagen sprach ein weiteres Problem an, welches sicher in den nächsten Jahren auf den Museumsträger zukommt. Derzeit wird die Einrichtung von Hans Kolde als Leiter ehrenamtlich geführt, doch muss man bedenken, dass dieser mittlerweile 85 Jahre alt ist. Rinderhagen: "Wenn Hans Kolde aufhört, wird es keiner mehr unentgeltlich machen."
Für den Vorstand des Heimatvereines war das abgelaufene Jahr ohne Besonderheiten, stellte Koch in seinem Jahresrückblick fest: "Die Arbeit fand in der Hauptsache in den Untergruppen statt." Er dankte besonders Dagmar Kiesewetter, die den Westteil des Hauses "Siebje" gepachtet hat, und die immer ein Auge auf das gesamte Haus und die wechselnden Ausstellungen im Ostteil wirft. In diesem Jahr muss der Garten des Hauses in Ordnung gebracht werden, auch soll ein Schutz vor Sturzregen errichtet werden, denn das Wasser läuft dann die Dünen hinter dem Haus runter und in das Gebäude. Für diese Arbeiten, die eigentlich schon im Vorjahr erfolgen sollten, werden noch Helfer gesucht.
Leider muss auch der Baum vor dem Luserke-Zimmer entfernt werden, da Fachleute festgestellt haben, dass das Wurzelwerk das alte Insulanerhäuschen von unten beschädigt. Zudem soll mit der Gemeinde über das Grundstück rund um das Haus verhandelt werden. Hier muss für klare Besitzverhältnisse gesorgt werden, denn im Moment ist die Rechtslage so, dass man das Haus, sollte es mal abbrennen, kaum wieder aufbauen könnte. Rinderhagen versprach, dass sich Rat und Verwaltung um eine zufrieden stellende Lösung bemühen werden. Zugleich dankte er im Namen der Gemeinde- und Kurverwaltung für das große kulturelle Angebot, welches durch die Untergruppen des Heimatvereines auf Juist dargeboten werde.
Der 2. Vorsitzende Hans-Georg Peters wies darauf hin, dass der Heimatverein in diesem Jahr wieder mit der Pflege des Grabes von Fritz Hafner dran ist. Diese findet wechselweise mit dem Verlag Alt Juist statt. Außerdem verkündete er den Termin für das alljährliche Bosseln und Grünkohlessen, welches am 14. März geplant ist.
Kassenwart Andreas Spohr legte einen gesunden Kassenbericht vor. Der Heimatverein sammelt derzeit Geld für anstehende Projekte wie Grundstück Haus Siebje oder das Küstenmuseum. Er hob besonders das gute Ergebnis von den Theateraufführungen und Inselabende hervor, die dem Verein im Vorjahr aus Eintrittsgeldern 7.100 € einbrachten, dazu kommen 1.900 € aus Spenden, die man jeweils nach den Inselabenden zusätzlich sammelte. Für Spohr war es sein letzter Kassenbericht, denn aus beruflichen Gründen gab er das Amt ab. Da Vorstandswahlen erst im kommenden Jahr anstehen, wurde der bisherige Kassenprüfer Franz Tiemann kommissarisch als neuer Kassenführer bestimmt. Spohr fungiert jetzt weiter als Kassenprüfer.
Breiten Raum nahmen dann die Jahresberichte der einzelnen Untergruppe ein. Carsten Poppinga von der Bühnengang freute sich, mit Stefan Ellenrieder und Mark Lange zwei Neumitglieder in der Gruppe zu haben. Auch Gudrun Tiemann von der Volktanz und Trachtengruppe "Juister Hupfdohlen" konnte mit Sabine Kutter ein Neumitglied begrüßen. Neben vielen Auftritten, Übungen und einem Tanzseminar hätte man auch eine gemeinsame Fahrt nach Oslo unternommen.
Von der Gruppe "Kunst auf Juist" sprach Dieter Rother noch mal sein Bedauern darüber aus, dass sich die Wildbahn-Schule in Norden jetzt "Schule am Meer" nenne, denn dieser Name sei untrennbar mit Juist verbunden. Er freue sich, dass die Ausstellung über diese Schule auch in diesem Jahr weiterhin im "Loogster Huus" gezeigt werden könne. Außerdem müsse man sich Gedanken um die Skulptur der "Juister Badefrau" vor dem Warmbad machen, da diese witterungsbedingte Schäden aufweise. Er dankte besonders Hans Kolde, der an diesem Abend krankheitsbedingt fehlte, für die viele Arbeit innerhalb der Gruppe.
"In der Forschungsgruppe "Alt Juist" steht immer noch die Neuordnung des Archivs an erster Stelle", so Andreas Arneke. Außerdem müsse dieses auf neue Medien übertragen und digitalisiert werden. Die Gruppe bekam zudem eine neue Dokumentation über den Maler Alf Depser, den der im Vorjahr verstorbene Loogster Journalist Karl-Josef Koch erarbeitet hatte, ebenso Zeitungsartikel aus den 60er Jahren, die man bisher nicht kannte.
Heike Habbinga berichtete als Maibaumkönigin, dass in diesem Jahr turnusgemäß der Heimatverein selbst wieder mit dem Aufstellen und Bewachen des Baumes dran ist. Bei rund 230 Mitgliedern dürfte dieses aber keine Probleme bereiten. Die Aktion "Saubere Insel" soll in diesem Jahr erstmalig unter der Federführung der Schüler- und Lehrerschaft der Inselschule durchgeführt werden.
Für die Gruppe "Jugenddisco" freute sich Thomas Koch, dass sich nach dem Wegzug von Uwe Mensen mit Birgit Bürmann und Bodo Schönfeld zwei neue Personen gefunden haben, die als Aufsichtspersonen fungieren. Wünschenswert wären aber noch ein oder besser zwei Erwachsene, denn würde sich der Zeitaufwand pro Person auf einen Abend im Monat beschränken. Koch möchte in der nächsten Zeit diese Gruppe gerne in jüngere Hände übergeben. Derzeit finde die Jugenddisco, die einen unverändert hohen Stellenwert bei den Jugendlichen der Insel hat, in einem Ersatzraum statt, denn nach einer Bauüberprüfung musste der Raum, in dem seit vielen Jahren die Disco stattfindet, geschlossen werden, weil jetzt ein Notausgang vorhanden sein muss. Bis Ostern soll aber dieser Mangel behoben werden.
Bei den Bosslern gibt es nach wie vor drei Gruppen, nämlich Männer, Frauen und Kinder, so Heike Habbinga. Mit 35 Frauen sei besonders die Frauen-Gruppe sehr stark; man treffe sich jeden Samstagnachmittag zum gemeinsamen Bosseln und würde auch entsprechende Pokalwerfen durchführen. Mit viel Humor berichtete "Knecht Ruprecht" Carsten Poppinga, aus der Nikolaus-Gruppe. Da dieser im Urlaub sei, müsse er als "Bodenpersonal der Gruppe" den Rückblick machen. Er dankte besonders dem Fuhrgeschäft Kannegieter und den Frauen, die den Nikolaustag immer vorbereiten. Ebenso der Kurverwaltung, die vom Nikolaus keinen Kurbeitrag erhebe, da dieser unter drei Stunden auf der Insel wäre.
Die Gruppe "Plattdeutsch" unter Erika Rump ruht derzeit, da es im Moment an Nachwuchs fehlt. Koch: "Die Jugend hat einfach zuviel um die Hacken." Man nannte es aber sehr erfreulich, dass durch Anna Büsing und Bodo Schönfeld zurzeit die plattdeutsche Sprache sehr im Kindergarten "Schwalbennest" gepflegt wird. Einen umfangreichen Bericht gab auch Andreas Arneke von der Theatergruppe "Antjemöh", hierüber werden wir aber noch gesondert berichten. Es soll aber schon mal gesagt werden, dass es in diesem Jahr wieder ein plattdeutsches Theaterstück auf Juist geben wird, die Premiere ist für den 22. März vorgesehen.
Peter Eilers von der Interessengemeinschaft Loog fragte an, ob die IG nicht ebenfalls als Untergruppe des Heimatvereines fungieren könne. Die IG ist kein Verein und könne ihre Einnahmen aus ihren Festen nirgendwo hinschreiben. Auch Vorstandsmitglieder zählen als Privatpersonen und wenn diese die Einnahmen verwalten, stellt das Finanzamt entsprechende Fragen. Thomas Koch versprach, die Angelegenheit im Vorstand zu prüfen. Man müsse sehen, ob dieses mit der Satzung des Heimatvereines vereinbar sei.
Dieter Brübach, Vorsitzender der Juist-Stiftung, sprach davon, dass in der heutigen Zeit eine Vernetzung der Vereine und Organisation nötig sei. Wenn die IG Loog unter dem Dach des Heimatvereines könnte und so auch den Förderverein des im Loog ansässigen Museums unterstützt, wäre das eine gute Sache. Die Juist-Stiftung sei in dieser Frage etwas außen vor, weil sie keine Gelder an die Inselgemeinde geben kann. Brübach wies zugleich auf den Termin am 20. Februar hin, wo in diesem Jahr der Strauchrückschnitt an den Goldfischteichen erfolgen soll. Außerdem wird es von der Stiftung am 24. April die Aufführung eines Musicals auf Juist geben, dass von Wangeoogern aufgeführt wird. Hierzu kommen rund 50 Wangeooger zur Insel, für den Zeitraum vom 23. bis 25. April sucht die Stiftung daher noch Unterkünfte.
Folgende Termine wurde gekannt gegeben: 05.- 07. März Inseltreffen aus Spiekeroog, 14. März Grünkohltour vom Heimatverein, 22. März Theaterpremiere, 30. März Premiere vom Inselabend 2010, 30. April Aufstellen des Maibaums, 01. Mai Weckzug vom Musikverein Harmonia, Maifeier von der IG Loog u. a. mit der Trachtengruppe. Der Termin "Aktion Saubere Insel" muss noch mit der Inselschule abgeklärt werden.
Unser Foto zeigt (v.l.n.r.) Heimatvereinsvorsitzenden Thomas Koch, stellvertretender Vorsitzender Hans-Georg Peters und der neue Kassenführer Franz Tiemann auf der Jahreshauptversammlung. JNN-Foto: S. Erdmann
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geschrieben von: S.Erdmann am 30. Januar 2010 744 Aufrufe |
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