
Im Vorjahr besuchten 110.545 Personen die Insel, was ein Plus von 5,35 % bedeutet, die Übernachtungen lagen bei 983.853, eine Steigerung von 3,26 %. Diese Zahlen gab Bürgermeister Patron auf der letzten Bäderausschuss-Sitzung bekannt. Die durchschnittliche Verweildauer sei weiterhin gesunken, sie betrug im Vorjahr 8,9 Tage (2008 = 9,08 Tage). Im Vorjahr wurden 6.108 Betten auf Juist angeboten. Patron bedauerte, dass man in einem Jahr alleine 180 Betten verloren hat, weil viele kleinere Betriebe und Häuser wegen Verkauf nicht mehr dem Vermietbetrieb zur Verfügung ständen.
Es wird ein neues TöwerCard -System eingeführt, welches zum Jahresende (Weihnachtsferien) in den Betrieb gehen soll. Der Bäderausschuss sprach am Donnerstagabend eine entsprechende Beschlussempfehlung für den Rat aus, nachdem das System vorher ausführlich vorgestellt wurde. Die Kosten für den Ausbau der Phase 1 betragen rund 311.000 € netto.
Das bisherige System geht in den zehnten Sommer, sowohl Soft- wie auch Hartware sind überaltert und teilweise auch nicht mehr voll funktionsfähig. Ausgelegt war das System ohnehin nur für fünf Jahre, durch die längere Laufzeit habe die Kurverwaltung entsprechende Einsparungen gehabt, so Bürgermeister Dietmar Patron. Zudem habe man zehn Jahre lang jährlich ein Plus von 17 bis 18 Prozent bei den Kurbeiträgen erzielt. Dennoch muss man für das neuen System ein Darlehn aufnehmen, jedoch würde man damit nicht über die mit dem Landkreis vereinbarten Zielvorgaben hinausgehen. Mit der Reederei habe man bereits eine Vereinbarung getroffen, denn das neue System macht dort eine Änderung des Kassensystems erforderlich, zudem trägt die Reederei die Kosten für die Kontrollgeräte am Hafen (Handlesegeräte, elektronische Durchgänge). Man hofft auch, dass sich Norderney mit in das System einklinken werde.
Die Präsentation erfolgte durch Herbert Griesser und Bernd Barta von der Firma Skidata aus Salzburg, die weltweit in diesen Bereichen tätig ist und über entsprechende Erfahrungen verfügt. Das neue System soll die Vermieter stärker mit einbinden, den Service verbessern und die Abläufe optimieren. Zukünftig soll alles über eine Kasse laufen, der Vorverkauf wäre mit weniger Aufwand verbunden, zudem können die bisherigen TöwerCards weiterhin genutzt werden. Daneben kann das System aber auch andere Datenträger lesen, so sei es nach dem Ausbau der Phase 2 (Web-Shop) auch möglich, sich zuhause bereits ein Ticket zu bestellen und auszudrucken. Gearbeitet würde mit einem Online-System, d. h. das Ticketsystem der Reederei würde online die verkauften Chip-Seriennummern an das Zutrittssystem am Hafen weiter geben. Auch andere Leistungen (Parkplatz in Norddeich usw.) können in dem System mit eingearbeitet werden, denn alles soll kompatibel und erweiterbar werden. Über den Web-Shop soll auf einer späteren Sitzung gesprochen und abgestimmt werden, da das Gästekartensystem erst einmal vordringlich ist.
Die Leiterin der Töwercard-Servicestellen, Monika Gress, erklärte auf Nachfrage, dass auch zukünftig auf Mitarbeiter bei der Abfertigung nicht verzichtet werden kann, dies alleine wegen den bis zur Insel durchgelösten Bahn-Fahrkarten. Jan Doyen-Waldecker hielt es für wünschenswert, wenn das neue System nun "endlich das bringe, was uns bereits damals beim ersten System versprochen wurde". Heike Ahrens (SPD) vermisste in dieser Angelegenheit ein Pflichtenheft, dessen Erstellung beschlossen war. Der Bürgermeister versprach, dass jede Fraktion noch ein Exemplar nachgereicht bekommt. Ahrens stimmte gegen den Beschlußvorschlag; Werksausschussmitglied Martina Poppinga enthielt sich der Stimme.
Die Gebühren für den Katalog 2011 werden unverändert bleiben, so Marketingleiter Thomas Vodde. Die Auflagenhöhe wurde um 5.000 Exemplare auf nunmehr 65 000 Stück gesenkt, da sich ein Trend hin zum Internet-Katalog erkennen ließ. Beschlossen wurde zudem ein klimaneutraler Druck, außerdem legte der Ausschuss die Saisonzeiten fest. Diese richten sich nach den Ferien, sind aber nicht näher bekannt, da der Beschlussvorschlag nicht verlesen wurde.
Insgesamt 34 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Hauseigentümer habe die Gemeinde während der Winterzeit eingeleitet. Es wären beim Ordnungsamt unzähligen Beschwerden wegen nicht geräumter oder gestreuter Straßen eingegangen, denen die Verwaltung auch nachgegangen ist. Nach einer angemessenen Frist von fünf Tagen wurde dann erneut nachgehackt. Jan Doyen-Waldecker regte an, die Satzung noch mal zu überarbeiten, denn es sei ein Unterschied, ob es um "Straßenreinigung" oder um die "Beseitigung einer Gefahr" ginge. Es könne nicht sein, dass erst mal fünf Tage nicht geräumt oder gestreut wird, bis man dann wieder tätig wird.
Thomas Vodde wies bereits auf eine Veranstaltung für Vermieter und Personal zum Thema "Weltnaturerbe Wattenmeer" hin, die für den 15. April vorgesehen ist. Am 26. März soll die Absichtserklärung hinsichtlich einer klimaneutralen Insel mit der EWE unterzeichnet werden. Einen Tag zuvor gibt es noch eine Veranstaltung zum touristischen Leitbild der Insel, die Abschlussveranstaltung ist für den 4. Mai vorgesehen. Außerdem berichtete er, dass ihn auf der Stammgastmesse in NRW immer wieder Gäste angesprochen haben, für die kommende Saison bei der Abfertigung in Norddeich eine tragbare Lösung zu finden. Über das Internet seien diese zumeist erstaunlich gut über die derzeitige Entwicklung im Bilde.
Unser Foto zeigt Bernd Barta (links) und Herbert Griesser von der Salzburger Firma Skidata, einen Tochterunternehmen der Schweizer Kudelski-Gruppe, die das neue System zur Gästeabfertigung mittels TöwerCard vorstellten. JNN-Foto: S. Erdmann
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